28.06.2019 15:00 |

Bewohner besorgt

Gasexplosion: Gemeindebau-Mieter melden Mängel

„Warum nur?“ Es sind nur zwei Worte, doch sie sagen alles. Alles, was Bewohner des zerstörten Gemeindebaus in Wieden, Angehörige, Anrainer fühlen. Nach der verheerenden Explosion herrscht weiter völliger Ausnahmezustand: Zwei Menschen sind tot – und keiner weiß, warum. Und genau das löst bei vielen Gemeindebau-Bewohnern in Wien Verunsicherung aus. Zahlreiche „Krone“-Leser schickten uns Fotos von Missständen zum Thema. Wir haben nachgefragt.

Ana B. war eine liebevolle Mama, sie hatte ihr Leben noch vor sich. Ein Leben mit ihren zwei kleinen Buben. Am Mittwoch starb sie, kurz vor ihrem 30. Geburtstag. Daniel Sch. (22) war Koch aus Leidenschaft, zuletzt in einem noblen Innenstadthotel. Vor zwei Wochen verlor er den Job - am Mittwoch sein Leben. Und keiner weiß, warum.

Viel wird darüber spekuliert, wie es zu der verheerenden Explosion kommen konnte - eine konkrete Antwort gibt es bis dato nicht darauf. Paul Eidenberger, Sprecher der Wiener Polizei, sagt: „Die Ursachenerforschung ist gerade am Anfang sehr aufwendig und aufgrund der Verhältnisse schwierig.“

Wir erinnern uns: Bei der Explosion auf der Mariahilfer Straße im April 2014 (ein Mieter jagte dort das Haus in die Luft) dauerten die Ermittlungen knapp einen Monat an. Experten sagen mittlerweile, dass eine Gasexplosion wie in Wieden „äußerst ungewöhnlich“ sei. Was bleibt, sind die Ungewissheit und die Angst vor einer weiteren Katastrophe. Das Haus ist massiv einsturzgefährdet. Betroffene sagen: „Dieses Drama macht uns sprachlos.“

Gasleitung liegt frei
Indes sind nun zahlreiche Bewohner von Wiener Gemeindebauten besorgt. „Nach Arbeiten an der Gasleitung (vor etwa sechs Monaten) sind die Spuren noch nicht beseitigt“, schreibt ein Leser aus einem Gemeindebau. „Der Kantenschutz für die Hauswand im Bereich der Eingangstür wäre wünschenswert.“ Ein halbes Jahr darf keine Gasleitung freiliegen!

Auch das Ehepaar K. aus der Hartlebengasse in der Donaustadt schreibt uns: „Die Wohnung über uns wird generalsaniert, dabei haben Arbeiter die Gasleitung angebohrt. Nicht nur, dass wir jetzt die Gasrohre offen liegen haben, es sind Löcher in der Mauer.“

Sieht hässlich aus, ist aber zumindest nicht lebensgefährlich, wie Installateur Robert Breitschopf erklärt: „Davon geht keine Gefahr aus. Man sieht, dass hier gearbeitet wurde.“ Außer natürlich es wird manipuliert.

Sandra Ramsauer, Michael Pommer und Kathi Pirker, Kronen Zeitung

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