26.06.2019 11:04 |

Angeklagter betrunken

Prozessstart im Umfeld des Ibiza-Videos geplatzt

Im Ibiza-Video (siehe oben) spielte er als Julian Thaler den Freund der Oligarchen-Nichte, im echten Leben soll Julian H. nun in einem Prozess in Krems, in dem es um Betriebsspionage geht - und um die Geschäftspraktiken der angeblichen Macher des inzwischen berühmten Videos - erstmals öffentlich aussagen. Sascha Wandl (43), ein früherer Geschäftspartner von Julian H. in einer Münchner Detektei, sollte am Mittwoch auf der Anklagebank sitzen, die Verhandlung wurde aber abgesagt, weil der Beschuldigte nicht erschienen war. Kurz darauf gab die Richterin bekannt, dass der Angeklagte mit 2,9 Promille Alkohol im Blut ein Krankenhaus aufgesucht hatte.

Laut Aussage Wandls arbeiteten er, Julian H. und zwei bosnische Mitarbeiter für einen heimischen Industriekonzern. Und verwendeten dabei angeblich Praktiken wie Hackerangriffe auf „feindliche“ Firmen und Ähnliches. Die Ermittlungen endeten überraschend: Die Verfahren gegen alle von Wandl beschuldigten Personen wurden eingestellt, übrig blieb er selbst mit einer Anklage wegen Verleumdung, die nun wohl ab Donnerstag im Landesgericht Krems verhandelt wird.

Zeugen nicht live beim Prozess dabei
Als Zeugen sollen die mutmaßlichen Macher des Ibiza-Videos aussagen, die hier als „Opfer“ geführt werden. Doch wie Wandl behauptet, haben die drei im Ibiza-Video genau „seine“ Methoden angewendet. Alle drei Personen werden aber nicht in das Landesgericht Krems kommen. 

Die zwei Bosnier werden per Videoleitung im Bezirksgericht Salzburg vernommen. Bei Julian H. ist die Sache komplizierter. Er lebt offenbar in totaler Panik vor einer möglichen Verhaftung in Deutschland. Da eine Vernehmung damit schwierig wird, soll Julian H. per Skype an einem geheimen Ort befragt werden. Nicht in einem Gerichtsgebäude, wie üblich. Der Pressesprecher des Landesgerichtes Krems, Ferdinand Schuster: „Die Richterin wird seine Identität überprüfen und auch klären, ob der Zeuge nicht irgendwie beeinflusst wird.“

Peter Grotter, Kronen Zeitung/krone.at

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