„Barbarenakt“

Seltener Eisvogel samt Brut in Höhle eingemauert

„Ein unglaublicher Barbarenakt“, schreibt der Naturschutzbund Oberösterreich auf seiner Facebook-Seite. Unbekannte platzierten im Naturschutzgebiet Traun-Donau-Auen in Linz einen Stein vor der Bruthöhle eines Eisvogels und zündeten darunter ein Lagerfeuer: Das Tier verstarb nach tagelangem Kampf in seinem „Gefängnis“.

Sechs Eier brütete der Eisvogel in seiner kleinen Höhle mitten im Naturschutzgebiet aus, als bislang Unbekannte die Niströhre mit einem Stein blockierten und den Vogel damit lebendig einmauerten. Tierschützer sind erschüttert. Immer wieder sollen laut Naturschutzbund Obmann Josef Limberger Vandalen das Gebiet besuchen, Saufgelage abhalten, Drogen konsumieren und den ganzen Müll zurücklassen.

Vogel starb in Händen von Tierschützer
Doch diesmal blieb es nicht dabei: „Im aktuellen Fall wurde nicht nur jede Menge Müll zurückgelassen, sondern auch eine Bruthöhle verwüstet - das geht zu weit. Solchen Vandalen haben es alle anderen zu verdanken, wenn Gebiete abgesperrt werden“, so Limberger. Ein Tierschützer entdeckte bei seinem Rundgang den entkräfteten Eisvogel in seinem Gefängnis. Er befreite ihn, das Vöglein starb nach ein paar letzten Atemzügen in seinen Händen.

Täter gesucht
Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sah sich am Montagvormittag am „Tatort“ um. „In Zukunft gehört der Bereich auf jeden Fall besser überwacht“, fordert Josef Limberger.

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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