Do, 20. Juni 2019
27.05.2019 11:29

Schon 3. Vandalenakt

Porträts von NS-Opfern mit Messern zerschnitten!

Erneuter Vandalenakt auf der Wiener Ringstraße: Nachdem bereits zweimal mehrere Porträtfotos von Überlebenden der NS-Verfolgung - Erinnerungsbilder an die Opfer der NS-Gräuel - mit Hakenkreuzen beschmiert und zerstört worden waren, haben Unbekannte nun offenbar erneut zugeschlagen. Wieder wurden mehrere Bilder mit einem Messer zerschnitten. Der Fotograf der Ausstellung zeigte sich entsetzt und über die Tat schockiert.

„Ich bin einfach nur sprachlos, schon wieder gab es ein Anschlag auf meine Bilder. Österreich was ist los mit dir????“, fragt sich der deutsch-italienische Fotograf Luigi Toscano auf seiner Facebook-Seite nach dem jüngsten Vandalenakt und postete mehrere Fotos der zerstörten Bilder, die Toscano für die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ angefertigt hatte. „Weder die Polizei noch das Österreichische Innenministerium sind in der Lage Schutz zu leisten“, klagt der Künstler und Filmemacher weiter.

Porträts bereits zweimal Ziel von Vandalenakten
Es war nicht das erste Mal, dass die mahnenden Porträts NS-Überlebender Ziel offenbar blinder Zerstörungswut wurden. Schon einige Tage nach der Eröffnung der Ausstellung waren einige der Bilder mit Messern schwer beschädigt worden. In der Vorwoche dann der nächste Zerstörungsakt - wie berichtet wurden die Porträts mit Hakenkreuzen beschmiert.

Das Zentrum ESRA sprach damals bereits von einem „antisemitischen und respektlosen Akt der Zerstörung“ und zeigte sich „entsetzt und empört, dass eine sensibel-künstlerische Erinnerung an die Shoah zynische und zerstörerische Aggression bei Menschen hervorruft“. Es zeige „Respektlosigkeit vor Kunst und es zeigt vor allem Respektlosigkeit vor den porträtierten Menschen. Vor Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt wurden“, so ESRA in der Stellungnahme.

Um die Bilder zu schützen, wurden am Montag gleich drei Mahnwachen angekündigt. Neben dem Künstlerkollektiv Nesterval will auch die youngCaritas eine Aktion setzen. Die Muslimische Jugend Österreich rief zu einer Nachtwache auf. Alle drei sollen bis zum Ende der Ausstellung am 31. Mai laufen. Die Wiener Polizei ermittelt weiterhin auf Hochtouren.

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