Sa, 25. Mai 2019
18.04.2019 22:34

„Bus immer schneller“

Führte Bremsversagen zur Tragödie auf Madeira?

Nach dem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira deuten Aussagen von überlebenden Fahrgästen und Augenzeugen auf ein Bremsversagen des mit einer deutschen Touristengruppe besetzten Fahrzeugs hin. Der Fahrer hatte in einer engen Kurve die Kontrolle über den Bus verloren, der sich mehrere Male überschlug, bevor er auf dem Dach eines Wohnhauses zum Liegen kam (siehe Video oben). Zuvor sei der Bus „immer schneller geworden“, berichtete ein verletzter Mann. Die Behörden warnten aber vor vorschnellen Urteilen.

„Ich kann mir keine andere Ursache vorstellen“, meinte der Tourist gegenüber der Online-Zeitung „Observador“. „Der Bus schlug gegen die Mauer, wir glaubten sofort, dass er außer Kontrolle geraten war. Er wurde immer schneller, und dann überschlug er sich“, so der Überlebende. Der Mann hatte sich demzufolge bei dem Unfall eine Rippe gebrochen, seine Frau wurde am Nacken leicht verletzt. Alter und Herkunft des Ehepaars nannte „Observador“ nicht.

Augenzeugin: „Fahrer wollte Bus an Mauern stoppen“
Die Frau erzählte, dass ein Tipp auf dem Hinflug wohl dafür gesorgt habe, dass sie glimpflich davonkamen. „Im Flugzeug erklärten sie uns, was zu tun sei. Wir kauerten uns zusammen wie die Babys. Und das war unser Glück“, sagte sie. Eine Augenzeugin berichtete gegenüber der Nachrichtenseite „CMJournal“, dass der Fahrer offenbar „den Bus an Wänden und Mauern stoppen wollte“.

Bewohner des Hauses waren nicht zu Hause
Die Urlauber wollten vom Hotel Quinta Splendida im Ort Canico zu einem traditionellen Abendessen in der Inselhauptstadt Funchal fahren. Der Bus fuhr eine leicht abschüssige Straße hinunter und bog dann links ab. In der Kurve kam er - nur rund 250 Meter vom Hotel entfernt - von der Fahrbahn ab, stürzte mehrere Meter tief ab und schlug in ein Haus ein. Dessen Bewohner war laut „Observador“ nicht zu Hause. Eine Augenzeugin sagte dem Sender TVI24, dass sie laute Schreie aus dem Bus gehört habe. Der Bus wurde Donnerstag früh geborgen, auf Fotos war ein klaffendes Loch im Ziegeldach und der Rückwand des Hauses zu sehen.

TVI24 berichtete, dass zwei Busse mit deutschen Urlaubern von dem Hotel losgefahren seien. Der zweite Bus war in den Unfall nicht verwickelt. Der verunglückte Bus war erst fünf bis sechs Jahre alt, der Mann am Steuer galt als erfahrener Fahrer. Der Vizepräsident der Regionalregierung von Madeira, Pedro Calado, nannte alle Mutmaßungen zur Unglücksursache „verfrüht“. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein.

Drei Tage Staatstrauer in Portugal
Die portugiesische Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer bis einschließlich Samstag an. Ministerpräsident Antonio Costa kondolierte der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei bestürzt und übermittle der Kanzlerin „in dieser schweren Stunde“ sein Bedauern, twitterte Costa noch am Mittwochabend.

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