18.04.2019 06:00 |

„Perfekt konserviert“

Blut in 42.000 Jahre altem Fohlen entdeckt

Im August des Vorjahres haben russische und japanische Wissenschaftler in der nordostsibirischen Taiga den 42.000 Jahre alten Kadaver einer längst ausgestorbenen Pferdeart entdeckt. Als das Tier verendete, war es gerade einmal 98 Zentimeter groß und erst ein, zwei Wochen alt. Dank des Dauerfrostbodens wurde es über die Jahrtausende perfekt konserviert - so gut, dass man in den Überresten sogar flüssiges Blut finden konnte.

Der sensationelle Fund des Blutes gelang Forschern der Ammosov North Eastern Federal University in Yakutsk und der South Korean Sooam Biotech Research Foundation bereits am 28. Februar, er wurde aber erst am Dienstag bekannt gemacht. Die Wissenschaftler sprechen von der „ältesten Blutprobe, die jemals gefunden wurde.“ Sie wollen mit dem darin enthaltenen Erbgut und mithilfe der Klon-Technologie die längst ausgestorbene und äußerst kältebeständige Lenskaya-Pferdeart wieder zum Leben erwecken.

Fohlen-Mumie in der Taiga entdeckt
Der Kadaver des Fohlens war im August vergangenen Jahres zufällig im mehr als 100 Meter tiefen Batagaika-Krater in der nordostsibirischen Taiga entdeckt. Dank des Permafrostbodens sind Haut, Fell, Hufe und Schwanz über die Jahrtausende hinweg „perfekt konserviert worden“. Auch die inneren Organe des Tieres sind offenbar unbeschädigt. „Die Autopsie zeigt wunderschön erhaltene innere Organe“, zitiert die englische „Daily Mail“ den Chef des Mammut-Museums in Yakutsk, Semyon Grigoryev.

Blut aus Herzgefäßen entnommen
Das flüssige Blut sei aus den Herzgefäßen entnommen worden, berichten die Forscher, die auch bekannt gaben, dass das Muskelgewebe seine „natürliche rötliche Farbe beibehalten“ habe. „Wir können jetzt behaupten, dass dies das am besten erhaltene Tier der Eiszeit ist, das jemals auf der Welt gefunden wurde.“

Tier in außergewöhnlichem gutem Zustand
Das Fohlen sei in einem außergewöhnlich guten Zustand, erklärte Grigoryev der russischen Nachrichtenagentur TASS. „Das ist bei paläontologischen Funden äußerst selten, da sie meist unvollständig, ziemlich deformiert oder stark mumifiziert sind“, so der Experte. Im Magen-Darm-Trakt seien viel Schlamm und Schlick gefunden worden, den das Fohlen während seines Todeskampfes in den letzten Sekunden seines Lebens geschluckt habe, so die Forscher

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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