09.04.2019 06:20 |

Thema Erziehung

Wie Kinder und Eltern die Pubertät überstehen

Wie Eltern ihren Kindern durch die schwierige Zeit des Heranwachsens helfen können, wie sie mit Ablehnung zurechtkommen und trotz so mancher Hürde im Gespräch mit ihnen bleiben.

Was unsere Kinder in der Pubertät brauchen, ist eigentlich nur das: dem Nachwuchs das Gefühl geben, er ist okay, so wie er ist, und über alle Maßen liebenswert. Mütter und Väter müssen nun ihren Kindern mehr vertrauen, und zwar bedingungslos - im wahrsten Sinne des Wortes. In einem gleichwertigen Gespräch in der Familie kommt es immer wieder darauf an, Regeln miteinander auszuhandeln und nicht das Grenzensetzen zu forcieren, denn dafür ist es nun zu spät.

Laut Familientherapeuten Jesper Juul beginnen Eltern oft erst in der Pubertät mit einer Art Turboerziehung, um in letzter Minute alles richtig zu machen, was aber nicht funktionieren kann. Denn in der Pubertät kommt es vor allem auf die Beziehung an.

Wie gut steht es um die Eltern-Kind-Beziehung?
Eltern bleiben auch in der Pubertät wichtige Modelle, Vorbilder und Sparringpartner für ihre Kinder. Man sollte seine eigenen Werte, Gefühle und Grenzen nicht für seine Kinder opfern. Von nun an ist es wichtig, dass Eltern weniger Fragen stellen wie „Na, was war heute in der Schule los?“, sondern mehr von sich selbst preisgeben – Gedanken, Gefühle, kleine Erlebnisse, Meinungen und Ansichten über das Leben und die Welt.

Kommentar von Kids-Coach Nina Petz:
Bei meiner Tochter (5) tritt momentan wieder vermehrt Trennungsangst auf. Egal ob Kindergarten oder Übernachten bei der Oma, alles ist ein Drama. Ich bin mit meinen Nerven am Ende. Das war doch alles kein Thema mehr.

Trennungsangst kann immer wieder mal Thema in der Entwicklung des Nachwuchses sein. Findet sich keine unmittelbare Ursache, so ist es durchaus wahrscheinlich, dass dieser vermeintliche „Rückschritt“ mit einem späteren Sprung in Richtung Großwerden einhergeht. Auch wenn es anstrengend ist, nehmen Sie einmal mehr die Gefühle Ihres Kindes ernst. Wägen Sie zwischen Förderung und Überforderung gut ab, welche Situationen momentan vermieden oder verändert werden können bzw. welche trotz Angst unvermeidbar sind.

Gestalten Sie den Alltag mal ein bisschen gemütlicher (weniger Spielplatz oder Ausflug-Action) und richten Sie mehr Zeit für Zweisamkeit (gemeinsam lesen, spielen, kochen, etc) mit Ihrem Nachwuchs ein. Auch wenn es schwer fällt, zeigen Sie auch für die „negativen“ Gefühle Ihrer Tochter, wie Traurigkeit und Ärger, ebenso Liebe und Verständnis. Sie braucht jetzt umso mehr das Gefühl, dass Mama immer für sie da ist, auch wenn Angst und Panik sie gerade zum lautstarken Toben oder Weinen bringen. Bleiben Sie ruhig!

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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