Fr, 19. April 2019
04.04.2019 17:03

Great Barrier Reef

Zahl der Korallenlarven um 89% zurückgegangen!

Im vom Klimawandel bedrohten größten Korallenriff der Welt, dem Great Barrier Reef vor Australien, gibt es nach einer neuen Studie nur noch wenige neue Korallen. Einer Untersuchung von australischen Forschern zufolge ging im Vorjahr die Zahl der Korallen-Larven um 89 Prozent zurück. Damit schwindet auch die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der abgestorbenen Riffteile.

In manchen Gebieten im Norden des Riffs waren es sogar 95 Prozent, wie die Wissenschaftler im Fachjournal „Nature“ berichtet. Grundlage für den Vergleich waren Jahre mit normalem Wachstum. Das mehr als 2300 Kilometer lange Riff war 2016 und 2017 von sogenannten Korallenbleichen betroffen, vermutlich wegen überhöhter Temperaturen infolge des Klimawandels. Enorme Mengen an Korallen starben ab.

Bei einer Bleiche sterben winzige Algen ab, die mit den Korallen in einer Lebens- und Nahrungsgemeinschaft (Symbiose) leben. Die Koralle erhält von ihnen gewöhnlich Nährstoffe, dafür bietet sie Halt und Schutz. Sterben die Algen ab, wird das helle Korallenskelett (Bild unten) sichtbar.

Nach Angaben von Experten ist etwa zwei Drittel des Great Barrier Reefs davon betroffen. Ob es sich davon erholen kann, ist ungewiss. Korallen sind sogenannte Nesseltiere, einfach gebaute, vor allem in den Meeren vorkommende Tiere, zu denen etwa auch die Schirmquallen und die Seeanemonen zählen.

„Noch nie dagewesener Verlust“
In der Studie ist von einem „noch nie da gewesenen Verlust an ausgewachsenen Korallen“ infolge der Bleichen die Rede, was sich massiv auf den Nachwuchs auswirke. „Tote Korallen bekommen keine Kinder“, sagte Hauptautor Terry Hughes von der James Cook University im australischen Bundesstaat Queensland. Wegen des Klimawandels seien die Korallen nicht mehr so widerstandsfähig wie früher.

Korallenriffe bieten Schutz, Nahrung und Jagdgründe für zahlreiche Meereslebewesen. Der Tod von Korallen gilt deshalb vielen Wissenschaftlern als Warnsignal, dass sich die Artenvielfalt im Ozean künftig stark verringern könnte.

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