Do, 21. März 2019
16.03.2019 12:37

Merkwürdige Sager

Massenmörder (28): „Ich brauche nur ein Ziel“

In seinem Manifest - das er jüngsten Erkenntnissen zufolge rund zehn Minuten vor dem Beginn des Massakers u. a. der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern geschickt hatte - bezeichnet sich der des vielfachen Mordes beschuldigte Brenton Tarrant als „rassistisch, islamophob und ausländerfeindlich“. „Überheblich“ und „egozentrisch“ würde auch zutreffen, denn schon als er noch in Australien gelebt hatte (das Video oben zeigt die Orte seiner Heimatstadt Grafton, an denen er „gewirkt“ hatte), war der 28-Jährige mit merkwürdigen Sagern aufgefallen: Er sei der „Stärkste der Stadt“ und ein „Monster der Willenskraft“, das „nur ein Ziel“ brauche. Dieses dürfte er gefunden haben: die grausame Ermordung von 49 Menschen, die sich zum Freitagsgebet versammelt hatten ...

Ehemalige Nachbarn in der Gemeinde Grafton im Bundesstaat New South Wales beschrieben Brenton Tarrant als jemanden aus einer „schönen Familie“. Er sei ein netter junger Mann gewesen. Die Mutter war einem Bericht der Zeitung „The Australian“ zufolge Englischlehrerin, der Vater nahm an Triathlon-Wettbewerben teil.

Mehrere Kinder unter den Opfern des Massakers
Die Familie selbst wollte mit dem Blatt nicht über den 28-Jährigen sprechen, der am Freitag bei einem verheerenden Doppelanschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch 49 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt haben soll. Unter den Opfern sind auch Kinder. Das Massaker streamte Tarrant live ins Internet, kurz vor dem Beginn seines „Feldzugs“ verschickte er sein Manifest an etwa 70 Empfänger - darunter das Büro der neuseeländischen Premierministerin.

Video: Die Anfangsszenen des von Tarrant live übertragenen Massenmords

„Ein normaler weißer Mann aus einer normalen Familie“
In seinem Manifest schrieb Tarrant über sich selbst, er sei „ein normaler weißer Mann aus einer normalen Familie, der beschlossen hat, aufzustehen, um die Zukunft für sein Volk sicherzustellen“. Seine Eltern hätten schottische, irische und englische Wurzeln, er habe eine „normale Kindheit ohne große Probleme“ gehabt. Die Highschool habe er „mit Ach und Krach“ abgeschlossen, eine Universität habe er nicht besucht. Für kurze Zeit habe er gearbeitet, bevor er erfolgreich in die Kryptowährung Bitconnect investiert habe und mit diesem Geld gereist sei.

Doch schon davor, noch in seiner Heimat Australien, soll der 28-Jährige merkwürdige Kommentare von sich gegeben haben, erzählen nun Nachbarn. Auch in Online-Kommentaren habe Tarrant über sich geschrieben, im Jahr 2011 unter anderem: „Ich bin ein Monster der Willenskraft. Ich brauche nur ein Ziel.“

Lieblingsbeschäftigungen: Videospiele und „Stripperinnen mieten“
In einem weiteren Eintrag aus demselben Jahr hieß es laut „The Australian“: „Ich dirigiere jeden Tag Fitnesskurse mit mehr als 20 Leuten, die mich die ganze Zeit anschauen, mir Fragen stellen und 60 Minuten lang meine Bewegungen nachmachen. Und ich genieße das. Mein Selbstbewusstsein ist durch die Decke. Ich bin die stärkste Person der Stadt.“ Als Lieblingsbeschäftigungen habe der 28-Jährige damals Videospiele und „Stripperinnen mieten“ genannt.

Balkanreisen legen ideologische Verbindungen nach Europa nahe
Auf seinen Reisen dürfte sich dann sein Hass gegen Ausländer - und da vor allem Muslime - manifestiert haben. Balkanreisen legen ideologische Verbindungen nach Europa nahe. Das Video des mutmaßlichen Massenmörders zeigt auf seine Waffen geschriebene Namen von Schlachten in Europa gegen die Araber oder die Osmanen, darunter mehrere auf dem Balkan. Nach Angaben der bulgarischen Justiz war der Mann 2016 und 2018 unter anderem in Serbien, Bosnien-Herzegowina und Bulgarien gewesen.

Auf seinem - mittlerweile gelöschten - Twitter-Account postete der Australier seine Ausrüstungen, die mit „Widmungen“ und Nazi-Symbolen versehen sind. Die Bilder seiner Mordwerkzeuge twitterte Tarrant nur wenige Tage vor dem Anschlag. So prangte der Schriftzug „Vienna 1683“ auf dem Trommelmagazin des australischen Killers - eine Anspielung auf die Zweite Wiener Türkenbelagerung. Es soll vermutlich den Erfolg der Europäer zeigen, die es schafften, die Bedrohung durch die Osmanen abzuwenden.

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