05.03.2019 22:48 |

Buwog-Prozess

Promi-Zeuge: „Grasser hat alles richtig gemacht“

Mit Spannung ist am Dienstag die Aussage vom früheren Kabinettschef von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Heinrich Traumüller (62), erwartet worden. Wer Belastendes erhofft hatte, wurde allerdings enttäuscht. Im Gegenteil: „Der Minister ist immer den Empfehlungen der Experten gefolgt und hat alles richtig gemacht“, sagte er.

80. Verhandlungstag im Buwog-Prozess: Wir blenden in die Jahre 2002 bis 2004 zurück. Heinrich Traumüller war damals allmächtiger Beamter im Finanzministerium. Zuerst war er Kabinettschef und dann Mitglied der Vergabekommission für die Buwog. Karl-Heinz Grasser wird ja, wie berichtet, vorgeworfen, er soll dabei 2,5 Millionen Schmiergeld kassiert haben.

Haiders Einfluss und die „roten Linien“
Und Traumüller wurde damals auch Zeuge, welche Rolle des verstorbenen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider in der Regierung gespielt hat: „Er hat das Regierungsprogramm ausgehandelt und sagte auch, was passiert, wenn sich ein Minister nicht daran hält. Da gab es klare rote Linien.“

Traumüller erinnert sich an Vieraugengespräch
Seine Gedanken zur Buwog-Vergabe hat der Spitzenbeamte auf unzähligen Schmierzetteln festgehalten, die jetzt in vier Ordnern vor der Richterin liegen. Der Zeuge kann sich nur teilweise an die Aufzeichnungen erinnern. Ganz genau weiß er über ein Vieraugengespräch mit KHG zu berichten, in dem dieser seine Vorgaben für die Buwog-Privatisierung konkretisierte: „Er wollte eine Milliarde Erlös, die Sache sollte aus politischen Gründen schnell gehen und der erzielte Betrag sollte budgetwirksam sein.“

Dann die entscheidende Frage: Wie kam es zu jener zweiten Bieterrunde, von der die Anklage behauptet, Grasser habe sie praktisch alleine initiiert. Erst in dieser Runde ist die Immofinanz als Gewinner hervorgegangen. Traumüller: „Grasser hatte schon die Letztentscheidung, aber in Absprache und auf Empfehlung der Experten.“

Doch zurück zur Buwog: Ursprünglich war von einem Verkaufspreis von 670 Millionen die Rede. Doch letztlich wurde die Buwog um 961 Millionern Euro verkauft. Der Preis, den die Immofinanz zahlte, lag nur um eine Million über jenem des Konkurrenzanbieters CA-Immo. Der Staatsanwalt ist überzeugt: Da muss jemand geplaudert haben. Und insgesamt soll 9,6 Millionen Euro Schmiergeld geflossen sein.

Peter Grotter, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Ein Kind von Rapid“
Fix! Rapid-Verteidiger Müldür wechselt zu Sassuolo
Fußball International
Vergewaltigung?
Enthüllung! Cristiano Ronaldo zahlte Schweigegeld
Fußball International
1. Titel verspielt
Marko Arnautovic scheitert im China-Cup-Halbfinale
Fußball International
Verdacht der Täuschung
Nächste Razzia: Anwalt im Visier der Soko Ibiza
Österreich
Talk mit Katia Wagner
Strache - seine Zukunft nach den Skandalen
Österreich
Tatwaffe Küchenmesser
Mann (54) niedergestochen - Ehefrau festgenommen
Niederösterreich
Juventus „baggert“
Zaubert Neymar bald an Cristiano Ronaldos Seite?
Fußball International

Newsletter