04.03.2019 09:00 |

Bramberg am Wildkogel

Gemeinde mit zwei Seelen

Wer Bramberg sagt, meint das nicht zwangsläufig. Die 4000-Seelen-Gemeinde im Oberpinzgau fand historisch über Gegensätze zueinander. Das sorgte für Abwanderungen ebenso wie „Streiks“, wenn sich ein Ortsteil benachteiligt sah. Teils gibt es diese Mentalität noch heute, was sich in Infrastruktur und Sport zeigt.

Der ursprüngliche Ortskern Mühlbach stand für Kupfererzabbau, höher gelegen wohnten Bauern. Zur Zeit der Reformation kam es gar zu Zwangsabsiedlungen, wenn sich evangelikale Mühlbacher nicht katholisch taufen ließen. Weiteres Beispiel für die Gemeinde mit zwei Seelen? Als Anfang der 1970er Jahre die Feuerwehr nach Bramberg verlegt wurde, traten alle Mühlbacher aus Protest aus

Sportlich hält sich der Gegensatz bis heute, gibt es dank TSU Bramberg (Salzburger Liga) und dem SC Mühlbach (1. Landesliga) zwei höherklassige Fußballklubs mit eigenen Anlagen. Im Nachwuchs wird aber doch kooperiert. Der Derby-Sieg wird trotzdem extra gefeiert, eine Fusion zwecks Bündelung der Kräfte besser nicht erwähnt.

Die Rivalität kann auch bei Wahlen helfen. Bürgermeister und Ex-Mühlbach-Klubchef Hannes Enzinger (VP) setzte sich fürs Klubheim ein. Sektionsleiter Andreas Hochwimmer – er ist Bürgerliste-Obmann, verzichtet heuer auf die Bürgermeister-Wahl – sagt: „Das hat ihm 2014 viele Stimmen gebracht!“ Vize-Bürgermeister Christian Innerhofer (SP) weiß: „Mühlbach hat leider ausgelassen.“

Absolute Mehrheit soll gebrochen werden
Auch wenn Rot und Bürgerliste die absolute VP-Mehrheit brechen wollen, gibt man sich politisch zahm. Ein einziges Bramberg ist trotz wachsender Bevölkerung und florierendem Tourismus allerdings nicht „machbar“. Dafür sorgen vier Postleitzahlen und sechs Bahnhöfe! „Fast wie in Wien“, schmunzelt selbst Hannes Enzinger.

Walter Hofbauer

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