22.02.2019 06:00 |

Erste Bilanz

Nur jedes siebte Kind beendet Deutschklasse rasch

Monatelang sorgten die von Türkis-Blau eingeführten separaten Deutschklassen für Kinder von Zuwanderern für hitzige Debatten. Der „Krone“ liegt nun die erste Bilanz vor: In Wien wechselten rund 15 Prozent der Kinder nach einem Semester in den Regelunterricht.

Sollen Kinder, die mangels Deutschkenntnissen dem Unterrichtnicht folgen können, in eigene Klassen gesteckt werden? Ja, sagt die Bundesregierung - und löste damit eine monatelang währende Debatte aus. Wissenschaft und Opposition traten massiv gegen den türkis-blauen Plan der Deutschförderklassen auf, eingeführt wurden sie letzten Herbst trotzdem.

Der „Krone“ liegt nun die erste Bilanz der Maßnahme vor: Wie das Bildungsministerium berichtet, dürfen in Wien 817 der rund 5500 Kinder nach nur einem Semester in der Deutschklasse in den Regelunterricht wechseln. Das bedeutet, dass rund 15 Prozent der Kinder - vorrangig sind es Volksschüler - nach einem Semester die Deutschklasse abgeschlossen haben. Manche von ihnen besuchen parallel dazu noch Deutschkurse, sitzen aber ansonsten in einer Regelklasse.

Standardisierte Tests erst ab Herbst
Standardisierte Tests, wer wann für den „normalen“ Unterricht taugt, gibt es erst ab Herbst. Von den 8600 Kindern in Deutschkursen konnten indes rund 1000 damit erfolgreich abschließen. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) ist mit den 15 Prozent zufrieden.

Ein Ziel, wie viele Kinder nach einem Semester wechseln müssen, gab er nie aus - im Gegensatz zu seinem Kollegen und ÖVP-Bildungssprecher Rudolf Taschner: Dieser sagte im Spätsommer in einem Interview, dass „sechs Monate für die meisten reichen würden“. Davon ist man letzthin doch sehr weit entfernt.

Klaus Knittelfelder, Kronen Zeitung

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