16.02.2019 12:34 |

Vage Begründung

Nigeria verschiebt Wahl in letzter Minute

Nur wenige Stunden vor Beginn der Abstimmung hat Nigerias Wahlkommission überraschend die Präsidentenwahl um eine Woche verschoben. Nach einer sorgfältigen Prüfung der Logistik und dem Stand der Vorbereitungen für die Abstimmung sei im Sinne „freier, fairer und transparenter Wahlen“ eine Verschiebung beschlossen worden, erklärte die Wahlkommission am Samstag über Twitter.

Bis kommenden Samstag sollte noch „eine Reihe von Herausforderungen“ gestemmt werden, erklärte Wahlleiter Mahmood Yakubu. „Dies war eine schwierige Entscheidung für die Wahlkommission, aber notwendig für die erfolgreiche Durchführung der Wahlen und die Stärkung unserer Demokratie“, sagte Yakubu nach dem Beschluss. Die Ankündigung kam für die meisten Beobachter völlig überraschend. Die Begründung der Wahlkommission für die erneute Verschiebung blieb insgesamt vage.

Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in dem westafrikanischen Staat sollen nun am Samstag nächster Woche stattfinden, Abstimmungen zu Gouverneuren und Parlamenten der Bundesstaaten sind jetzt für 9. März geplant.

Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet
Nigerias Staatschef Muhammadu Buhari bewirbt sich um eine weitere Amtszeit. Beobachter erwarten ein Kopf-an-Kopf Rennen mit seinem Herausforderer Atiku Abubakar. Der konservative Buhari (76) verspricht den Wählern bessere Infrastruktur sowie einen entschlossenen Kampf gegen Korruption und radikale Islamisten. Der eher liberale Abubakar (72) will die Wirtschaft liberalisieren und damit Wachstum und Millionen Arbeitsplätze schaffen.

Um das Amt des Staatschefs bewerben sich insgesamt 72 Kandidaten, Chancen werden jedoch nur den beiden Favoriten eingeräumt. Wahlberechtigt sind 84 Millionen Nigerianer. Um die Wahl zu gewinnen, braucht ein Kandidat eine absolute Stimmenmehrheit und auch mindestens 25 Prozent der Stimmen in zwei Dritteln der 36 Bundesstaaten.

Terror als Herausforderung
Eine der größten Herausforderungen für den neuen Präsidenten wird die Befriedung des Nordostens sein, wo islamistische Terrorgruppen wie Boko Haram ihr Unwesen treiben. Dort sind rund zwei Millionen Menschen auf der Flucht vor den Fundamentalisten.

Nigeria ist mit fast 200 Millionen Menschen der bevölkerungsreichste Staat und die größte Volkswirtschaft Afrikas. Trotz Ölreichtums lebt die Mehrheit der Bevölkerung jedoch in extremer Armut. Rund 80 Millionen Menschen haben der Weltbank zufolge keinen regulären Zugang zu elektrischem Strom. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt nur 53 Jahre.

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