Mo, 25. März 2019
15.02.2019 15:42

Kompromiss abgelehnt

Weiter Hickhack um „IGGÖ“ statt „Islam“ im Zeugnis

Weiter Hickhack um die Religionsbezeichnung in Zeugnissen: Die islamische Glaubensgemeinschaft hatte protestiert, nachdem in manchen Schulnachrichten statt der Bezeichnung „Islam“ die eigene Abkürzung „IGGÖ“ stand. Mit dem Kompromissvorschlag, dass dort künftig ein abgekürzter Oberbegriff plus ein Unterbegriff stehen könnten - etwa: „islam. (IGGÖ)“ -, stieß Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Freitag bei den muslimischen Glaubensvertretern nicht auf Gegenliebe. „Die Aussagen des Ministers sind für uns nicht nachvollziehbar“, hieß es in einer Stellungnahme. Man werde nach wie vor eine „rechtssichere Lösung“ vor den zuständigen Gerichten suchen.

In den aktuellen Schulnachrichten steht bei Teilnehmern des Wahlfachs Religion erstmals nicht „Islam“ oder „Islamisch“, sondern „IGGÖ“ neben der Note. Für die Änderung verantwortlich war eine Empfehlung des beim Bundeskanzleramt angesiedelten Kultusamts. Grund sei, dass die Bezeichnung „islamisch“ als zu ungenau empfunden worden sei.

Bei der IGGÖ hatte man darin einen „klaren Akt der Diskriminierung“ seitens der Bundesregierung gesehen. Nach einem Gespräch im Bildungsministerium, das nicht nach ihrem Geschmack verlief, kündigte die Glaubensgemeinschaft „juristische Schritte“ an.

Faßmann wundert sich über „Ausmaß der Aufregung“
Nach der erfolglosen Gesprächsrunde sowie der Androhung rechtlicher Schritte vonseiten der Muslime schlägt der Bildungsminister nun vor, dass beim Religionsbekenntnis künftig „islam. (IGGÖ)“, „islam. (ALEVI)“ oder „islam. (SCHIA)“ stehen könnte. Faßmann gegenüber dem Nachrichtenmagazin „profil“: „Ich wundere mich ehrlich gesagt über das Ausmaß der Aufregung. Ich kann sie mir nur damit erklären, dass Minderheiten in solchen Fragen besondere Sensibilität zeigen.“

Bei der IGGÖ hält man jedenfalls nichts vom Kompromissvorschlag des Ministers. Die von Faßmann angesprochene Lösung sei beim Gespräch im Ministerium nicht erwähnt worden. Der Minister selbst sei nicht einmal anwesend gewesen, so die IGGÖ am Freitag. „Vielmehr kamen faktisch wie auch rechtlich unhaltbare Vorschläge à la ,sunnitisch-hanefitisch‘“, hieß es weiter in einer Stellungnahme.

Kopfschütteln bei der Glaubensgemeinschaft löst Faßmanns Vorschlag aus, auch Schiiten eine eigene Bezeichnung im Zeugnis zuzugestehen. So gebe es zwar eine schiitische Bekenntnisgemeinschaft, diese dürfe allerdings keinen Religionsunterricht verantworten - „weil eben nur Bekenntnisgemeinschaft“. Somit sei das vom Minister erwähnte Kürzel „SCHIA“ in dieser Causa obsolet. „Das Vertrauensverhältnis bleibt damit zerrüttet“, schreibt die IGGÖ.

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