13.02.2019 20:33 |

Umsonst „gebuckelt“

WM-Skandal um Fellers „zerstörte“ Trainingspiste

So stellt man sich eine Kooperation nicht vor: Eine fix und fertig präparierte Trainingsstrecke für Manuel Feller wurde „zerstört“, sodass keine Einheit möglich war!

Feller zählt neben Marcel Hirscher und Marco Schwarz zweifelsohne zu Österreichs ganz großen Technik-Hoffnungen beim WM-Endspurt in Aare. Aber dem Fieberbrunner wurde nach seiner Ankunft im hohen Norden gleich einmal ein ganz großes „Ei“ gelegt. Es gibt zwar eine offizielle Kooperation zwischen Schwedens Team und Österreich während der WM. Aber so stellt man sich eine Zusammenarbeit dann gar nicht vor.

Passiert ist das Malheur in Vemdalen, etwa zwei Autostunden von Aare entfernt. „Wir haben dort zuerst Riesentorlauf mit Michael Matt und Christian Hirschbühl trainiert. Am zweiten Tag ist auch Manuel Feller nachgekommen, hat dort noch eine RTL-Einheit eingelegt.“

„Stangen herausgerissen und abgeräumt“
Da der 26-Jährige am Dienstag nicht am Teambewerb teilnahm, wollte er eine Slalom-Solo-Einheit nachlegen. „Wir haben am Vortag acht, neun Arbeitsstunden gebuckelt, hatten eine perfekte, geile Piste geschaffen, der Lauf war gesteckt“, erzählte Paul Schwarzacher-Joyce, Trainer im Team von ÖSV-Technikchef Marco Pfeifer. Als man am Dienstagmorgen dann hinkam, der Schock: „Die Stangen waren rausgerissen und abgeräumt, und es ist eine Pistenraupe reingefahren. Somit war kein Training möglich.“

„So etwas darf eigentlich nicht passieren“, ärgerte sich Feller, der mit dem Trainerteam zurück nach Aare fuhr, dort am Nachmittag nur ein „Ersatz-Notprogramm“ machen konnte. Doch wie konnte das tatsächlich passieren? „Es war schlechte Kommunikation. Der schwedische Herrenchef Fredrik Kingstad war Koordinator, hätte uns anrufen müssen“, meinte Schwarzacher-Joyce, der in 15 Trainerjahren so etwas nie erlebt hat. „Gewisse Sachen sind im Trainergeschäft tabu. Du ziehst nicht die Stangen anderer Nationen heraus.“

100-mal entschuldigt
An eine späte „Rache“ an Österreich, weil Pfeifer einst ja Schwedens Technikcoach war, glaubt Schwarzacher-Joyce jedoch nicht. „Das war keine Absicht, Kingstad hat sich auch schon 100-mal bei uns entschuldigt. Er hat einen Riesenfehler gemacht.“ So richtig „normal“ scheint bei dieser WM aber somit kaum etwas zu laufen …

Herbert Struber, Kronen Zeitung

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