09.02.2019 07:29 |

Jünger als gedacht

Gibt es Saturns Ringe erst seit Dinosaurierzeit?

Die imposanten Ringe des Saturn, die sich bereits mit einem Fernrohr ab etwa 30- bis 40-facher Vergrößerung erkennen lassen, sind womöglich viel jünger als gedacht. Das schließen Forscher aus Daten, die die Raumsonde „Cassini“ bei ihren finalen, nahen Vorbeiflügen am Planeten gesammelt und zur Erde gefunkt hat. Sie legen den Schluss nahe, dass sich die Ringe erst vor zehn bis 100 Millionen Jahren gebildet haben - zu einem Zeitpunkt also, als die Erde noch von Dinosauriern bevölkert war.

Die Ergebnisse würden zeigen, dass sich Saturns Ringe wesentlich später als der Planet selbst, erst vor zehn bis 100 Millionen Jahren gebildet haben. Aus der Sicht unseres Planeten bedeutet dies, dass sie möglicherweise erst im Zeitalter der Dinosaurier entstanden seien, heißt es auf der Website der US-Raumfahrtbehörde NASA.

Saturn mit freiem Auge sichtbar
Der Saturn ist von der Sonne aus gezählt der sechste Planet. Seine mittlere Entfernung von unserem Zentralstern beträgt rund 1,4 Milliarden Kilometer. Trotz der großen Entfernung von der Erde ist der Gasplanet dank seiner Größe am nächtlichen Himmel mit freiem Auge zu sehen. Aufgrund der geringen Dichte ist die Masse des Saturn trotz seiner gewaltigen Größe (er wird diesbezüglich nur von Jupiter übertroffen) lediglich hundertfach so groß wie die unserer Erde.

Gewaltige Ringe aus reflektierenden Eispartikeln
Die zahlreichen Ringe des Saturn - dem nach Jupiter zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems - bestehen hauptsächlich aus reflektierenden Eispartikeln und sind durch scharf umrissene Lücken voneinander abgegrenzt. Der innerste davon beginnt bereits 7000 Kilometer über der Oberfläche des Planeten und hat einen Durchmesser von 134.000 Kilometern, der äußerste hat einen Durchmesser von 960.000 km. Nach der Reihenfolge ihrer Entdeckung werden die größten Ringe - von innen nach außen - als D-, C-, B-, A-, F-, G- und E- Ring bezeichnet.

Die Herkunft des Ringsystems ist bis heute nicht restlos geklärt. Eine Theorie besagt, dass es sich um die Trümmer eines in der Nähe des Saturn zerbrochenen Eisbrocken handelt, die sich dann als flache Scheiben anordneten.

„Cassini“ erforschte 20 Jahre lang Saturn
Die „Cassini“-Mission war ein Projekt der NASA in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA sowie der Italienischen Raumfahrtagentur (ASI) zur Erforschung des Saturn und seiner Monde. Am 15. September 2017 ist die Sonde - 20 Jahre nach ihrem Start - kontrolliert in den Saturn gestürzt. Der Grund für das Ende der Mission war Treibstoffmangel.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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