08.02.2019 08:26 |

Gewalt, Abschiebung

Das zwielichtige Leben des Dornbirn-Messerstechers

Mit Anfang 20 hatte jener Mann, der am Mittwoch den Leiter des Sozialamts in Dornbirn in dessen Büro in der Bezirkshauptmannschaft mit einem Messer attackierte und tödlich verletzte, bereits ein prall gefülltes Strafregister. Einbrüche, Drogenmissbrauch, schwere Körperverletzung, Diebstahl - all das findet sich auf dem kriminellen Konto des heute 34-jährigen mutmaßlichen Täters, der nicht nur in der Vergangenheit durch Aggression und Gewalt auffiel ...

Denn sein langes Strafregister - der türkische Staatsbürger saß wegen der genannten Delikte auch mehrfach im Gefängnis - und die damit verbundene mangelnde Einsicht, sein kriminelles Leben hinter sich zu lassen, sollte letztlich dazu führen, dass der Mann im Jahr 2009 mit einem Aufenthaltsverbot für den gesamten Schengenraum belegt wurde - ausgesprochen vom nunmehrigen Opfer, dem 49 Jahre alten zweifachen Familienvater und Leiter des Sozialamts.

„Faktischer Abschiebeschutz“
Ein Jahr später reiste der nun Tatverdächtige aus Österreich aus, doch er sollte zurückkehren - neun Jahre später, auf illegalem Wege, wohl mit einem Schlepper. Im Jänner dieses Jahres schließlich suchte er um Asyl in Österreich an, womit er als Antragsteller „ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht und einen faktischen Abschiebeschutz“ genieße, wie das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl erklärte. Und das, obwohl gegen ihn ein aufrechtes Aufenthaltsverbot bestand.

Immer wieder Geld verlangt
Am 23. Jänner, nur wenige Tage nach seiner illegalen Ankunft in Österreich, wurde der 34-Jährige bei der Behörde in Dornbirn vorstellig - um die Auszahlung der Grundversorgung zu beantragen. Doch das bürokratische Verfahren dauerte ihm zu lange, woraufhin er immer wieder im Amt auftauchte und lautstark und aggressiv die Durchführung seines Antrags und sein Geld verlangte.

Mit Messer zurückgekehrt
Bis Mittwoch, als er ein weiteres Mal vertröstet wurde - ohnehin nur um einige Stunden, denn wie dem Mann erklärt wurde, wollte man die Angelegenheit noch am selben Tag erledigen. Doch diesmal wollte er nicht mehr warten: Er verließ die Behörde und kehrte nur 30 Minuten später zurück, laut Polizei mit einem „langen Küchenmesser“. Im Büro des 49-jährigen Sozialamtleiters kam es einmal mehr zu einer Auseinandersetzung, die diesmal vollends eskalierte - und jenen Mann, der vor zehn Jahren das Aufenthaltsverbot gegen den türkischen Staatsbürger erlassen hatte, das Leben kostete.

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