07.02.2019 12:09 |

Bangen um Förderung:

SP-Drahtseilakt um Biomasse

Der Streit auf Bundesebene um die neue Regelung für Biomasse-Förderungen schlägt auch im Burgenland hohe Wellen. Die SP will im Bundesrat dagegen stimmen, 500 Jobs wären dadurch hierzulande gefährdet.

Als „Gefahr für die burgenländischen Biomasse-Betreiber und deren Arbeitnehmer“, bezeichnet der heimische SP-Bundesrat Jürgen Schabhüttl den im Nationalrat von der türkis-blauen Regierung durchgepeitschten Initiativantrag zur Weiterförderung von Heizwerken. Zahlen und Fakten sei die Regierung schuldig geblieben, heißt es. Er will deshalb gegen den Antrag stimmen.

Im Burgenland stehen aber ohne Einigung wohl mindestens vier Anlagen vor dem finanziellen Ruin. Denn ohne entsprechende Förderungen wäre die Produktion nicht kostendeckend, meinen Experten. Nach ersten Analysen sind Standorte in Heiligenkreuz, Neudörf, Markt St. Martin und Güssing mit mehr als 500 Arbeitskräfte in Bedrängnis. Die Branchenvertreter hoffen auf ein Umschwenken der SP im Bund. „Wir brauchen diese Einigung für ein wirtschaftliches Weiterbestehen, wer Ökostrom will, muss auch dafür zahlen“, so der Tenor in der Biomasse-Wirtschaft.

Aber auch Schabhüttl sieht Chancen für eine Lösung: „Wir unterschreiben keinen Blankoscheck. Sollte sich die Bundesregierung aber zu Gesprächen entschließen, werden wir verhandeln.“ Für die betroffenen Arbeitnehmer heißt es jedenfalls weiter warten, der „politische Kuhhandel“ um ihre Zukunft muss aber noch vor der geplanten Abstimmung nächste Woche in Wien enden.

Josef Poyer, Kronen Zeitung

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