Theater-Premiere:

Englische Teeparty mit Muffinschlacht

Spritzig, bissig und originell umgesetzt: „Ernst ist das Leben (Bunbury)“ von Oscar Wilde in der Übersetzung von Elfriede Jelinek feierte am Landestheater Linz eine amüsante Premiere. Muffinschlachten, Schlager-Playback und Johanna Lakners comichafte Kostüme hätten dem skandalträchtigen Dandy Wilde sicher gefallen.

„Wer unter die Oberfläche dringt, tut es auf eigene Gefahr“, konstatierte Oscar Wilde, und tat es dennoch ständig: Mit seinen Komödien übte er Kritik an der englischen Oberschicht und deren Etikette, so auch in „Ernst ist das Leben (Bunbury)“, das nun im Linzer Schauspielhaus in der Übersetzung von Elfriede Jelinek Premiere hatte.

Originelle Regie
Die wirre Verwechslungskomödie rund um den fiktiven Ernst brachte Regisseur Matthias Rippert besonders originell auf die Bühne. Die Schauspieler treten nicht einfach auf, sondern fallen jedes Mal mit enormem Getöse durch ein Loch im Plafond auf ein riesiges Luftkissen, das fast die ganze Bühne (Fabian Liszt) einnimmt. Kaum haben sie den Sturz verkraftet, schmettern sie sich gegenseitig und im Stakkato Wildes unzählige Wortspiele entgegen und beleidigen sich mit einem höflichen Lächeln im Gesicht - denn die Etikette ist stets zu wahren!

Kampf um die Verlobten
Jan Nikolaus Cerha hat mit seinem trockenen und gleichzeitig lächerlich kostümierten Algernon besonders viele Lacher auf seiner Seite, Clemens Berndorffs Jack haut schneller die Nerven weg, wenn Cecily (entzückend: Anna Rieser) und Gwendolen (wunderbar nervig: Theresa Palfi) sich um die Verlobten raufen (in weiteren Rollen: Katharina Hofmann, Eva-Maria Aichner, Horst Heiss, Georg Lindorfer).

Längen im Stück werden nach der Pause mit Schlager-Playback überbrückt, was dem Ganzen einen herrlich skurrilen Touch gibt. Wer einmal sehen will, wie eine feine englische Teeparty so richtig eskaliert, dem sei dieses Stück ganz ernsthaft empfohlen.

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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