Fr, 18. Jänner 2019

Massive Schneefälle

04.01.2019 11:08

Akute Lebensgefahr für Österreichs Wintersportler

Schlechte Nachrichten für Alpinisten in Österreich: Am Wochenende wird in vielen Regionen einiges an Neuschnee erwartet. Schon jetzt herrscht in vielen Bergen Lawinenwarnstufe vier von fünf.  „Ich rate dringend davon ab, sich im freien Skiraum aufzuhalten“, mahnte etwa Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndiensts der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes Tirol. Einsatzkräfte stehen bereits in Alarmbereitschaft, Behörden forderten auch schon das Bundesheer um Unterstützung an. 

Das Land Tirol etwa warnte am Freitag eindringlich vor dem bevorstehenden „winterlichen Wochenende“. Prognosen gehen von 50 bis 100 Zentimetern Neuschneezuwachs in den Tälern des Unterlands und am Osttiroler Tauernkamm aus, hieß es in einer Aussendung. Vor allem in klassischen Staulagen können sogar noch größere Neuschneemengen möglich sein.

Neben dem Landeshubschrauber wurde auch ein Hubschrauber des Bundesheeres am Stützpunkt Schwaz sowie ein Lawineneinsatzzug in der Standschützenkaserne in Bereitschaft gesetzt. Damit sollen bei etwaigen Einsätzen die zivilen Einsatzkräfte am Boden und aus der Luft unterstützen bzw. Erkundungsflüge für die Lawinenkommissionen durchgeführt werden.

Höchste Lawinenwarnstufe 5 könnte erreicht werden
Der intensive Schneefall, gekoppelt mit stürmischen Nordwind, der Schneeverfrachtungen mit sich bringt, führen zu einer instabilen Schneedecke und einem Anstieg der Lawinengefahr, mahnte Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndiensts der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes. Und fügte hinzu: „Es gilt generelle Vorsicht im Gelände und Gebirge.“ Die Gefahr sei vor allem durch Windverwehungen sehr groß. Besondere Hotspots seien das Karwendel, der Rofan, die Kitzbüheler Alpen sowie der Zillertaler und der Tauernhauptkamm. Hier könne sogar die höchste Lawinenwarnstufe 5 erreicht werden.

Auch mit Verkehrsbehinderungen wird gerechnet
Zudem erwarteten die Experten erhebliche Verkehrsbehinderungen. „Lebhaft wird der Verkehr am bevorstehenden Wochenende auf allen Durchzugsrouten und vor allem auf folgenden Strecken sein: Auf der Fernpassstrecke (B179), abschnittsweise auf der Inntal Autobahn (A12), der Brennerautobahn (A13), der Eiberg Straße (B173), in den Seitentälern des Inntales wie etwa im Zillertal (B169) sowie auf allen Zubringerstraßen in und aus Skigebieten“, betonte Günther Salzmann, stellvertretender Leiter der Tiroler Verkehrsabteilung. Der prognostizierte Schneefall werde die Situation zusätzlich verschärfen. Insbesondere am Fernpass sollte von nicht zwingend notwendige Fahrten abgesehen werden.

„Situation in Salzburg ist angespannt“
Auch in Salzburg sei die Situation angespannt„, erklärte der Leiter des Salzburger Lawinenwarndienstes, Bernhard Niedermoser und fügte hinzu: “Am Wochenende wird das ganze noch einmal heikler. Es ist sicher die brenzligste Situation bisher in diesem Winter." Derzeit herrscht in den Bergen Lawinenwarnstufe vier, welche schon Lebensgefährlich ist. Mit den zu erwartenden großen Neuschneemengen in den nächsten Tagen steigt diese noch einmal erheblich an - da ist größte Vorsicht geboten. 95 Prozent der 1500 Salzburger Bergretter stehen auf Abruf bereit, die Rucksäcke sind stets gepackt.

Tauernautobahn wird Freitagnachmittag für eine Stunde gesperrt
Um einen Lawinenabgang auf die Tauernautobahn A10 vorzubeugen, wird die Asfinag am Freitagnachmittag bei Flachau im Pongau eine kontrollierte Sprengung durchführen. Die Autobahn wird deshalb ab 13.30 Uhr für rund eine Stunde gesperrt werden, teilte die Gesellschaft mit. Die Sprengung erfolge aus Gründen der Verkehrssicherheit. Am Samstag steht der Urlauber-Schichtwechsel an.

Bergstraßen in der Steiermark gesperrt
Auch in der Steiermark bleibt die Lawinengefahr am Freitag auf der zweithöchsten Warnstufe „groß“ für die Nordalpen von Dachstein über Hochschwab bis Rax. Der Sturm hat seit Tagen Schnee in Rinnen und Mulden verfrachtet, die Verfrachtung reicht laut Warndienst mittlerweile bis in die Waldzonen hinunter. Zwei Bergstraßen - in die Sölk (L704) und die Pyhrnpass-Straße (B138) - sind mittlerweile gesperrt.

Zittern auch in Niederösterreich
Der Warndienst Niederösterreich beurteilte die Lawinengefahr am Freitag in weiten Teilen des Landes als „erheblich“ (Stufe 3). „Bereits die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers kann zu einer Schneebrettauslösung führen“, wurde mitgeteilt. Für Samstag wird mit dem prognostizierten Neuschnee und stürmischen Wind ein Anstieg auf Stufe 4 erwartet. Erhebliches Risiko herrschte am Freitag in den Ybbstaler Alpen, den Türnitzer Alpen, im Rax-Schneeberg-Gebiet und im Semmering-Wechsel-Gebiet. "

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