04.01.2019 14:55 |

ORF wehrt sich:

„Sind im internationalen Vergleich kleiner Sender“

Der krone.at-Bericht, in dem die wachsende Höhe der GIS-Gebühr und steigende Zahl der Beitragszahler angesichts drastisch sinkender ORF-Marktanteile infrage gestellt werden, hat am Küniglberg hohe Wellen geschlagen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sieht sich ungerecht behandelt und meldet sich nun in einem ausführlichen Statement zu Wort.

„Faktenwidrig“ nennt der ORF einige im Artikel „Immer mehr GIS-Zahler, immer weniger ORF-Seher!“ getätigte Aussagen - etwa jene, dass der öffentlich-rechtliche einer der reichsten TV-Sender Europas sei.

„Der ORF ist im internationalen Vergleich ein vergleichsweise kleiner Sender. Nahmen die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ZDF und Deutschlandradio 2017 knapp acht Milliarden aus dem Titel Gebührengelder ein, lukrierte der ORF nur circa 625 Millionen aus dem Titel Programmentgelt“, heißt es von der ORF-Pressestelle.

Inflationsanpassung relativiert
Auch die Feststellung, die GIS-Gebühr steige durch die Inflationsanpassung laufend, will man am Küniglberg so nicht stehen lassen. Man erhöhe diese stets unter der Inflation, obwohl man durch das laufend wachsende Angebot - etwa die TVthek, ORF 3 oder das Korrespondentennetz - mit steigenden Kosten konfrontiert sei.

Überdies erhöhe man die Gebühren nicht jährlich, wie zunächst im Artikel dargelegt, sondern im Schnitt nur alle fünf Jahre - zuletzt im Dezember 2016. Tatsächlich seien die Gebühren laut ORF-Einschätzung im Sinken begriffen, da man diese nicht so stark erhöhe wie man es ob der allgemeinen Teuerung zur stabilen Finanzierung müsste.

ORF selbst lobt seine Reichweite
Ungerecht behandelt fühlt man sich im ORF auch bei der Interpretation der jüngsten Teletest-Zahlen zu seinen Marktanteilen - zwar sinke der Marktanteil, doch die Reichweite sei immer noch gut: Tatsächlich werden hier Zahlen des damaligen TV-Monopolisten mit jenen des heutigen ORF gegenübergestellt, der sich täglich mit mehr als 100 Konkurrenzsendern die in den heimischen Haushalten empfangen werden können, messen muss und dennoch mit aktuell 32,9 Prozent Marktanteil in der ORF-Gruppe zu den erfolgreichsten öffentlich-rechtlichen Sendern Europas gehört.“ Insgesamt habe der TV-Konsum in den letzten Jahren zugenommen, während die ORF-Nutzung stabil geblieben sei.

Das aus den schwindenden Marktanteilen abschließend gezogene Fazit, wonach sich eine wachsende Zahl der Gebührenzahler frage, wieso sie für eine nicht in Anspruch genommene Leistung Gebühren zahle, will man am Küniglberg so ebenfalls nicht stehen lassen.

Der ORF hierzu: „Rund 90 Prozent der Österreicherinnen und Österreich nützen täglich eines der ORF-Angebote (Fernsehen, Radio, Online). Die Tages-Reichweite im Fernsehen hat etwa in den vergangenen zehn Jahren zwar leicht abgenommen, liegt aber auf hohem Niveau.“ So hätten 2008 51,9 Prozent der Österreicher täglich einen ORF-Kanal genutzt, 2018 seien es 49,4 Prozent gewesen. In absoluten Zahlen habe man die Reichweite in den letzten zehn Jahren von 3,56 auf 3,7 Millionen gesteigert.

 krone.at
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