02.01.2019 07:49 |

Skisprung-„Klicks“

Polen-Coach Horngacher: „Wir sind die Blindesten“

Auch im Skispringen kommt man an den „Klicks“ nicht mehr vorbei. Potenzielle Sponsoren informieren sich vor dem Engagement bei einem Team immer öfter über die Zahl der „Follower“ in den sozialen Medien. Norwegens Sprungteam stellt neuerdings einen eigenen Mann für Facebook und Co. ab, die polnische Erfolgsmannschaft hat hingegen nach eigenen Angaben großen Aufholbedarf.

Die Jacken der polnischen Springer, die als Team-Titelverteidiger zur WM im Februar nach Seefeld kommen, sind mit Sponsor-Emblemen fast voll belegt. Polnische Konzerne stehen hinter der beliebten Mannschaft. „Wir haben alles, was wir benötigen, zur Verfügung“, sagte Cheftrainer Stefan Horngacher. Das hat sich unter seiner Leitung (seit 2016/17) entwickelt. „Sie haben gesehen, dass es wichtig ist, zu investieren. Material, Lehrgänge, Hotels, Fahrzeuge, was auch immer, da sind wir in den letzten drei Jahren in die Upper Class aufgestiegen.“

Auf Social Media wird von der Teamführung aber bisher kein Wert gelegt. „Da sind wir die blindeste Mannschaft, die es gibt. Wir sind die beste Mannschaft, wir haben die meisten Medien hinter uns im Rücken, aber wir haben nicht einmal einen Mediensprecher“, sagte Cheftrainer Stefan Horngacher. Team-Manager Adam Malysz versuche, diese Lücke zu füllen.

Die Springer sind in Polen im Winter klar die Nummer eins, die Facebook-Seite des Verbandes zählt aber nur 32.000 Abonnenten. Olympia- und Weltcupsieger Kamil Stoch hat 974.000 Friends, wird aber von seinem Kollegen Piotr Zyla (1,107 Mio.) übertroffen. Fußball-Star Robert Lewandowski erreicht jedoch fast die zehnfache Zahl (9,15 Mio.).

Auch an den Schanzen zählen die „Klicks“
Im ÖSV engagiert man sich seit mehreren Jahren in Sachen Soziale Netzwerke. Jede Sparte hat einen eigenen Pressesprecher, der auch diese Kanäle bedient. „Ich bin überzeugt, dass man in dieser Richtung viel machen muss“, erklärte Mario Stecher, der Sportliche Leiter für Springen und Nordische Kombination. „Im ÖSV macht man das mit großen Intentionen. Natürlich geht es um Klicks, da muss man dabei sein und mit der Zeit gehen.“

Die Facebook-Seite der ÖSV-Springer hat knapp 50.000 ständige Follower, höher ist deren Zahl bei den Alpin-Herren (94.000) und -Damen (54.170). Die Stars der einzelnen Sparten kommen auf ihren persönlichen Seiten freilich auf mehr. Weltmeister Stefan Kraft hat rund 55.200 Abonnenten, Gregor Schlierenzauer fast 227.000 und Marcel Hirscher fast 576.000.

Wichtig bei Sponsorensuche
„Es reicht nicht mehr, dass man beim Wettkampf präsent ist und Leistung bringt, man muss alle Kanäle bedienen“, sagte Norwegens Chef-Trainer Alexander Stöckl. Wenn es darum gehe, Sponsoren zu finden, dann hätten Klicks große Bedeutung. „Social Media ist einfach ein wichtiger Punkt, da investieren wir ein bisschen was.“ Bisher habe jeder Springer für sich die Seite des norwegischen Skisprung-Nationalteams („Hopplandslaget“) bedient. „Jetzt hat das eine andere Qualität“, betonte der Tiroler.

Doch trotz aller Professionalität in diesem Bereich könnte das Olympiasiegerteam Stöckls durchaus weitere Sponsoren brauchen. Doch die interne Konkurrenz im Verband ist groß. „Als Skispringer sind wir im Schatten der Großen, das sind bei uns das dominierende Langlauf-Team und auch die Alpinen. Wir kämpfen schon, da geht es allen gleich“, erklärte Stöckl.

Das Springerteam des 5,26-Millionen-Einwohner-Landes hat rund 25.000 Abonnenten auf Facebook, Aksel Lund Svindal kommt auf mehr als 437.000 und Langlauf-Star Therese Johaug hat 356.000 Abonnenten.

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