01.01.2019 11:11 |

Rache für Hinrichtung?

Mit Auto in Menschenmenge gerast - neun Verletzte

In der japanischen Millionenmetropole Tokio ist ein Autofahrer in einer belebten Einkaufszone in eine Menschenmenge gerast und hat dabei mindestens neun Fußgänger verletzt. Der Fahrer des Wagens soll laut Behörden nach seiner Verhaftung gesagt haben, dass er einen Terroranschlag verüben wollte. Demnach wollte sich der 21-Jährige angeblich „für eine Hinrichtung rächen“.

Der Angreifer ließ nach dem Zwischenfall, der sich kurz nach Mitternacht auf der Takeshita-Straße ereignete, keine Reue erkennen. Unklar ist noch, ob sich die angebliche Wut des Mannes gegen eine einzelne Hinrichtung oder gegen das System der Todesstrafe an sich richtete. Gegen ihn wird nun wegen versuchten Mordes ermittelt. Ein Schüler wurde demnach schwer verletzt und musste im Krankenhaus operiert werden.

Behörden halten Aussagen des Angreifers für fragwürdig
Nach Angaben der japanische Nachrichtenagentur Kyodo hielten die Behörden einige Aussagen und Handlungen des Attentäters allerdings für fragwürdig. Sie prüfen daher, ob er wegen seines Geisteszustandes schuldfähig ist.

In Japan gilt die Todesstrafe
Als drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt gehört Japan zu den wenigen Industrieländern, die an der Todesstrafe festhalten. Erst vergangene Woche ließ die rechtskonservative Regierung zwei zum Tode verurteilte Mörder hinrichten, im Juli endeten mehrere Mitglieder der Endzeitsekte Aum Shinrikyo, die vor 23 Jahren mit einem tödlichen Giftgasanschlag in Tokios U-Bahn das Land geschockt hatten, am Strang.

Internationale Kritik an der Todesstrafe lässt die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe an sich abprallen. Menschenrechtsaktivisten prangern seit Jahren den Umgang mit Hinrichtungen sowie die Haftbedingungen in Japan an - so wird den Todeskandidaten der Zeitpunkt ihrer Hinrichtung nicht mitgeteilt. Die zum Tode Verurteilten leben oft jahrelang in Einzelhaft. Seit Abes Amtsantritt im Dezember 2012 wurden 36 Menschen hingerichtet.

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