12.12.2018 14:05 |

27-mal verurteilt

Straßburg-Täter radikalisierte sich im Gefängnis

Jener 29-jährige Franzose, der für den Anschlag auf einen Christkindlmarkt in Straßburg verantwortlich sein dürfte, wurde im Vorfeld bereits 27-mal verurteilt. Bei den Delikten soll es sich großteils um Einbrüche gehandelt haben. Zeugenaussagen zufolge rief er beim Anschlag am Dienstag „Allahu Akbar“. Die Ermittler gehen daher von einem terroristischen Hintergrund aus, wie der Pariser Anti-Terror-Staatsanwalt Remi Heitz am Mittwoch in Straßburg erklärte.

Angesichts des Zielorts, seiner Vorgehensweise und der Zeugenaussagen habe die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Zwei Menschen sind nach Angaben des Chefermittlers ums Leben gekommen, eine weitere Person sei hirntot. Zwölf Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen „sehr schwer“.

Der gesuchte Terrorverdächtige ist wie berichtet 29 Jahre alt und stammt aus Straßburg. Der Mann heiße Cherif Chekkat und soll sich in Haft radikalisiert haben, so der Chefermittler weiter. Er sei bereits 27-mal wegen diverser Taten verurteilt worden, die er in Deutschland, Frankreich und der Schweiz verübt hatte. Nach Medieninformationen handelte es sich dabei großteils um Einbrüche.

„Mit Messer getötet und schwer verletzt“
Der Mann schoss am Dienstagabend mitten in der weihnachtlich geschmückten Innenstadt um sich. Er habe eine Handfeuerwaffe und ein Messer dabeigehabt. „Auf seinem Weg hat er mehrfach das Feuer mit einer Handfeuerwaffe eröffnet und ein Messer benutzt, mit dem er getötet und schwer verletzt hat“, sagte Heitz.

Anschließend flüchtete er, lieferte sich aber noch zwei Schusswechsel mit Sicherheitskräften. Er sei dabei verletzt worden, hieß es. Nach dem Anschlag haben Ermittler vier Menschen aus dem Umfeld des Tatverdächtigen in Gewahrsam genommen. Auch deutsche Sicherheitsbehörden suchen nach dem Täter und fahnden auch nach dessen Bruder Sami.

Brüder in Deutschland nicht als Gefährder vermerkt
Die beiden französischen Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln tauchen in Deutschland allerdings laut dpa-Informationen nicht in der Datei für islamistische Gefährder auf. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Registrierungsschwelle in Frankreichs Sicherheitsakte „Fiche S“ sei deutlich niedriger als für die Aufnahme in die deutsche Gefährderdatei.

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