03.12.2018 10:28 |

Rad-Olympiasiegerin

Kristina Vogel: „Seit Unfall fühle ich mich frei“

Seit dem 26. Juni 2018 ist das Leben von Kristina Vogel komplett verändert. Am besagten Tag geschah der folgenschwere Unfall beim Training in Cottbus. Seitdem ist die Bahnrad-Olympiasiegerin querschnittsgelähmt. Jetzt sprach sie in ihrem ersten Live-TV-Interview über ihren Unfall und wie sie damit umgeht. Sie setzt wichtige Schritte Richtung Selbstständigkeit (im Video) und ene Aussage von ihr überraschte ganz besonders: „Seit dem Unfall fühle ich mich frei.“

Die Erfurterin war am 26. Juni beim Training auf der Betonbahn in Cottbus mit 60 km/h mit einem holländischen Junior-Fahrer kollidiert, der sich ebenfalls auf der Radrennbahn befand. Al sie ihn gesehen hatte, waren nur noch zwei Meter zwischen ihnen. Sie ist mit voller Geschwindigkeit unterwegs gewesen und kam innerhalb von Millisekunden zu komplettem Stillstand.

Ihr Rückenmark wurde am siebten Brustwirbel durchtrennt. Bald wurde die Querschnittslähmung Realität. Im Unfallkrankenhaus Berlin arbeitet Vogel seither intensiv in der Reha. Und legt eine positive Attitüde an den Tag, die ihresgleichen sucht. Mit ihrem Mut gibt sie vielen Menschen Kraft, auch der deutschen Fußballnationalmannschaft, die sie kürzlich besuchte.

Chance zum Durchatmen
Auch Günther Jauch lud sie ein, in die Sendung „Menschen, Bilder, Emotionen“, wo sie entwaffnend offen über ihr Leben nach dem Unfall erzählte. Unter anderem sagte sie: natürlich werde sie seitdem oft von den Emotionen übermannt aber „seit dem Unfall fühle ich mich frei (…) Ich habe zum ersten Mal seit Jahren die Chance durchzuatmen, konnte mich drauf besinnen, was im Leben wichtig ist. Nicht das Im-Kreis-rumfahren, sondern die Familie, die einem den Rücken stärkt.“

Nie vorher Emotionen gezeigt
Kristina Vogel will anderen Mut machen: „Da sieht man, wie wichtig das eigentlich ist. Ich habe mir jahrelang viel Druck gemacht. Ich fühle mich jetzt wieder frei und habe Zeit, mich neu auszurichten und das zu tun, was mir am meisten Spaß macht. (...) Ich habe das Weinen erst lernen müssen. Ich habe nie viele Emotionen gezeigt, weil ich immer die Kämpferin sein musste. Aber wenn man die Emotionen zulässt, kann man es schneller verarbeiten. Ich will anderen einfach Mut machen."

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