Do, 18. Juli 2019
30.11.2018 16:05

„Tatbegehungsgefahr“

Bundesheer-Spion wieder in Haft!

Jener Bundesheer-Offizier, der jahrzehntelang geheime Militärinformationen an die Russen geliefert haben soll, sitzt wieder in Haft. Das zuständige Oberlandesgericht Linz gab dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, wie krone.at am Freitag erfuhr - unter anderem wegen Tatbegehungsgefahr. Der mittlerweile pensionierte Salzburger Oberst soll vom russischen Geheimdienst GRU für seine verräterischen Dienste mit 300.000 Euro belohnt worden sein. Die Informationen nach Moskau flossen mehr als 20 Jahre lang. 

Vor zwei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft Salzburg Antrag auf Untersuchungshaft gestellt - doch das Landesgericht hatte den Antrag abgelehnt. Daraufhin berief die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil, das zuständige Oberlandesgericht in Linz gab der Haftantragsbeschwerde nun statt. „Der Senat ist der Haftbeschwerde der Staatsanwaltschaft gefolgt, unter anderem auch wegen Tatbegehungsgefahr“, bestätigte Richter Wolfgang Seyer gegenüber krone.at. Weitere Details könne man im Moment nicht bekannt geben: „Es handelt sich hier um eine Verschlusssache.“ Die Staatsanwaltschaft teilte wenig später mit, der Ex-Offizier sei am Freitagnachmittag erneut festgenommen worden und befinde sich nun in Untersuchungshaft.

Oberst drohen bis zu zehn Jahre Haft
Der Oberst soll bei seinen Spionagetätigkeiten äußerst professionell vorgegangen sein: Er hatte eine extrem unauffällige Tätigkeit in einer Leitstelle des Heeres. Alle zwei Wochen nahm er Kontakt zu einem russischen Agenten auf. Die Aufträge erhielt der mittlerweile 70-Jährige über einen Weltempfänger, seine Nachrichten verfasste er in einer Geheimschrift oder gab sie per Satellit direkt an die Russen durch. Er könnte nun nach dem Militärrecht angeklagt werden. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Bundeskanzler Kurz im Video: „Spionage ist inakzeptabel!“

Weitere Spione aktiv?
Dass dieser Spion mitten in einem gesicherten Bereich seinen Schreibtisch hatte und 30 Jahre lang alle 14 Tage den militärischen Geheimdienst der Russen (GRU) mit Informationen versorgen konnte, beunruhigt alle Entscheidungsträger in der Zentrale des Heeres: „Wir wissen ja noch nicht, ob es weitere Maulwürfe gibt. Wir sind erst am Anfang der Ermittlungen.“

Russen wollten alles über Jets und Migration wissen
Das Interesse von Putins Spionen an Österreichs Bundesheer war groß, erfuhr die Gegenspionage bei den Ermittlungen: Der Offizier sollte möglichst viele vertrauliche Fakten über Österreichs Luftwaffe, die Artilleriesysteme sowie über Lagebriefings übermitteln. Kurz vor seinem Auffliegen lieferte der Oberst auch Berichte über die Migrationssituation in Österreich und erstellte detaillierte Persönlichkeitsprofile vieler hochrangiger Offiziere.

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