01.12.2018 06:00 |

Kärnten 1. Sperrzone

EU gibt grünes Licht für Glyphosat-Verbot

Grüner Sieg im Kampf gegen potenziell gefährliche Herbizide wie Glyphosat: Als erster Region ist es Kärnten gelungen, riskante Chemiegifte zur Unkrautvernichtung zu verbannen. Nach mehreren Anläufen hat die EU-Kommission einem neuen Gesetzesentwurf zugestimmt. Weitere Bundesländer sollen folgen.

Mit einer Flut an Klagen gehen derzeit Betroffene gegen das angeblich krebserregende Pestizid vor. Glyphosat gilt auch für Natur und Umwelt als Gefahr. Als erste Region Europas dürfte es jetzt Kärnten gelungen sein, das Pflanzengift zu verbannen. Nach mehreren Anläufen gibt die EU-Kommission einem Gesetzesentwurf zur Änderung des Pflanzenschutzmittelgesetzes ihr Okay - ein Meilenstein im Kampf gegen Umweltgifte.

„Das heißt im Wesentlichen, wir haben grünes Licht, um Glyphosat und Hunderte andere gefährliche biologisch nicht abbaubare Unkraut- und Schädlingsgifte für private Anwender zu verbieten. Kärnten ist die erste Region in Europa überhaupt, die das schafft“, freut sich Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) in einer ersten Reaktion: „Die Bedeutung, die die positive Stellungnahme der EU-Kommission für die Gesundheit aller in Kärnten lebenden Menschen, für unsere Tier- und Pflanzenwelt hat, ist enorm!“

Folgen für die Umwelt nicht abschätzbar
Details über den großen Coup will der Kärntner Landeschef kommende Woche bei einer Pressekonferenz präsentieren. Im Gegensatz zum ersten, von der EU abgelehnten Gesetzesentwurf dürfte eine neue Argumentation die EU zu ihrem Ja bewogen haben: Anders als gewerbliche Nutzer verfügen private Anwender über keinerlei Befähigungsnachweis - die langfristigen Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Lebewesen seien für sie daher nicht einzuschätzen, heißt es. In der Landwirtschaft bleiben Pflanzengifte indessen weiter erlaubt - zumindest vorerst.

Andere Regionen sollen Vorzeigemodell folgen
Geht es nach Kärntens SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser, könnte das neue Pflanzenschutzmittelgesetz zum europäischen Vorzeigemodell werden. Denn auch in anderen Bundesländern und Regionen werden fieberhaft Wege aus der Chemie-Falle gesucht.

Thomas Leitner, Kronen Zeitung

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