04.11.2018 17:41 |

Furcht vor Islamisten

Hilferuf zur Rettung vom Tod bedrohter Christin

Eindringlicher Hilferuf aus Pakistan: Der Ehemann der Christin Asia Bibi, die nach ihrem Blasphemie-Freispruch in dem islamischen Land um ihr Leben fürchten muss, bittet die großen Staaten der Welt für sich und seine Frau um Asyl. Der Anwalt von Asia Bibi ist aus Angst um sein Leben bereits aus Pakistan geflüchtet. Das Schweigen der Verantwortlichen der islamischen Welt (auch in Österreich) zu diesem Skandal lässt für die Zukunft nichts Gutes erwarten.

Asia Bibi war am Mittwoch nach acht Jahren wegen angeblicher Gotteslästerung in der Todeszelle vom Obersten Gericht in Islamabad freigesprochen worden. Daraufhin hatte die radikalislamische Gruppe Tehreek-e-Labbaik Pakistan (TLP) eine Revolte angezettelt, die ganz Pakistan lahmlegte. Die Proteste endeten nach einem Kniefall der Regierung.

Die Islamisten dürfen Berufung einlegen und Asia Bibi muss so lange doch im Gefängnis bleiben. Der pakistanische Informationsminister Fawad Chaudry sagte der britischen BBC, das Abkommen mit den Islamisten sei notwendig gewesen, „um die Situation gewaltlos zu lösen“. Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz Bibis seien erhöht worden. Ihr Leben sei nicht in Gefahr.

Die Familie der Christin sieht das anders: Der Ehemann und die Töchter sind mittlerweile in einem Versteck untergetaucht. Die Familie bitte die USA, Großbritannien oder Kanada um Asyl, weil es dort die größten Gemeinden pakistanischer Christen außerhalb Pakistans gebe, erklärte Wilson Chowdhry vom Verband der christlichen Pakistanis in Großbritannien. Auch entfernte Verwandte müssten sich in Sicherheit bringen: „Wenn Asia Bibi das Land verlässt, wird jeder Familienangehörige, jeder Mensch mit Verbindungen zu ihr, getötet werden.“

Islamisten drohen mit Krieg, wenn Asia das Land verlassen darf
Die Islamisten haben nun die Behörden davor gewarnt, Asia Bibi außer Landes zu bringen. „Es wird einen Krieg geben, wenn sie Asia aus dem Land schicken“, wird TLP-Anführer Khadim Hussain Rizvi zitiert. Chowdhry sagte der Nachrichtenagentur AFP, die erste Erleichterung von Bibis Familie über die Aufhebung des Todesurteils habe sich inzwischen in Angst verwandelt.

„Die Töchter weinen. Sie haben ihre Mutter noch nicht gesehen. Die ganze Familie ist am Boden zerstört.“ Angesichts der gewalttätigen Unruhen nach der Gerichtsentscheidung sei es für die Familie zu gefährlich, Bibi im Gefängnis zu besuchen. Bibis Anwalt Saiful Malook hatte Pakistan bereits am Samstag verlassen, da er um sein Leben und das seiner Familie fürchtet.

Weitere Menschen warten wegen Blasphemie in dem islamischen Land auf ihre Hinrichtung. Blasphemie (Beleidigung des Propheten Mohammed) ist in Pakistan ein folgenschwerer Vorwurf. Wegen entsprechender Anschuldigungen verbüßen dort derzeit rund 40 Menschen nach Schätzungen eines US-Ausschusses zur Religionsfreiheit lebenslängliche Gefängnisstrafen oder warten auf ihre Hinrichtung. Immer wieder kommt es zu Lynchmorden wegen Vorwürfen der Gotteslästerung.

Kronen Zeitung/krone.at

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