Kollege sah niemand:

Dienstpistole weg: Polizist wird schwer belastet!

Nicht nur die Frage, wem ein Polizist eine nunmehr verschwundene Dienstwaffe überlassen hat, beschäftigt die Ermittler - sondern auch die Frage wie? Ein Kollege des mittlerweile suspendierten Beamten erklärte nämlich, dass am besagten Tag für niemanden die Tür zur Inspektion geöffnet worden sei.

Heimische Polizeiinspektionen sind zwar nicht mit Überwachungskameras ausgestattet, aber mit Sicherheitsschleusen versehen. Sie müssen eigens geöffnet werden, wenn jemand in die Bürobereiche will.
Am 1. Oktober will ein Gruppeninspektor im Bezirk Wels-Land - wie berichtet - einem vermeintlichen Kollegen die Dienstpistole Glock 17 eines auf Urlaub weilenden Beamten übergeben haben, weil dieser sie angeblich für einen dringenden Einsatz benötigte. Dazu hätte der Polizist den „Kollegen“ allerdings in die Dienststelle einlassen müssen. „Doch an dem Tag haben wir niemandem aufgemacht“, sagte ein Postenkollege, der in einem anderen Raum Dienst versah, aus.

Kopfschütteln
Dass sich der Gruppeninspektor weder den Ausweis des angeblichen Polizisten zeigen ließ, noch eine Übernahmebestätigung für die Glock ausstellte und den „Kollegen“ auch nicht beschreiben kann, sorgt intern für viel Kopfschütteln. „Außerdem darf ein Polizist Dienstwaffen nicht so einfach hergeben“, wundert sich Polizeisprecher David Furtner.

Politischer Mandatar
Der betroffene Beamte, der auch SPÖ-Politiker ist, kann im „Krone“-Gespräch das Ausmaß der Aufregung nicht nachvollziehen: „Ich glaube, hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Mein politischer Hintergrund dürfte dabei auch eine Rolle spielen.“

Verschwundene Waffen
Auf derart dubiose Art verschwinden in Österreich selten Dienstwaffen. Vor drei Jahren hatte ein Polizist in Wien seine Pistole in einer U-Bahn liegengelassen - er wurde mit 1300 Euro Geldstrafe belegt. Und vor 19 Jahren hatte ein Polizeischüler in Wien 18 Glock-Pistolen gestohlen.

Johann Haginger
Johann Haginger
Jürgen Pachner
Jürgen Pachner
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