03.10.2018 05:58 |

„Krone“-Interview

Neureuther: „Das Baby macht Marcel noch schneller“

Felix Neureuther (34) plaudert im „Krone“-Interview über Kumpel und Bald-Papa Hirscher. Außerdem: Wie es unserem „Lieblings-Piefke“ nach dem Kreuzbandriss geht und wann es ihm die Nackenhaare aufstellt.

Felix, zehn Monate sind seit dem Kreuzbandriss im linken Knie vergangen. Geht sich ein Start am 28. Oktober beim Auftaktrennen in Sölden aus?
Ich hab schon meinen ersten kapitalen Sturz beim Training in Saas-Fee hinter mir. Und das Knie hat gehalten. Das ist ein gutes Gefühl. Die Zeit wird knapp. Aber so wie es ausschaut, bin ich in Sölden dabei.

Dachtest du in den letzten Monaten an Rücktritt?
Um ehrlich zu sein: Ja! Im Sommer hat es nicht wenige Tage in der Reha gegeben, an denen ich dachte: Die anderen schupfen da ihre Gewichte, und ich kann einfach nicht. Weil zuerst das Knie schmerzte und dann auch noch der Rücken wehtat. Und daheim sitzen Frau Miri und Töchterchen Matilda und warten auf dich. Also warum tust du dir das noch an? Aber die Gedanken wurden dann wieder weniger.

Apropos Familie. Du hast als Jung-Papa letzten November den Levi-Slalom gewonnen. Dein Freund Marcel Hirscher wird auch bald Vater.
Ich freu mich drauf! Und du willst sicher wissen, ob Marcel auch als Papa noch so schnell sein wird (lacht).

Ja, genau!
Da müsst ihr Österreicher überhaupt keine Sorgen haben. Ich denke sogar: Das Baby macht den Marcel noch besser! Auch wenn das eigentlich schwer vorstellbar scheint nach dem unfassbaren letzten Winter von ihm.

Warum glaubst du das?
Ich hab selbst erleben dürfen, dass Vater zu sein der schönste Hauptberuf der Welt ist. Das ist die mit Abstand beste Zeit des Lebens! Da verschieben sich die Prioritäten, man merkt, was wirklich entscheidend ist. Insofern ist das Skifahren „nur“ mehr Genuss, genauso wird es, denke ich, auch Marcel gehen.

Und deine eigenen Ziele für den WM-Winter?
Müssen tu ich nicht mehr, aber ich will! Nach so einer Verletzung noch mal ganz nach oben zu kommen, das ist schon eine Herausforderung, die mich kitzelt. Ich will dorthin, wo ich war. Und daran glaub ich auch.

Du hast dein mittlerweile zweites Kinderbuch auf den Markt gebracht. Eine Herzensangelegenheit?
Kinder zur Bewegung zu bringen, das liegt mir unglaublich am Herzen. Es ist dramatisch, wie wenig sich die Kinder heutzutage bewegen. Und wie wenig Bewegung eine Rolle in unserer Gesellschaft spielt. Unser Spielplatz damals war die Natur draußen vor der Tür. Heute ist der Spielplatz ein viereckiges Kastl.

Felix gegen Tablets und Smartphones, ein aussichtsloser Kampf?
Vielleicht, aber ich kämpfe ihn. Ich weiß schon, dass sich die Zeiten geändert haben, dass die Digitalisierung weit fortgeschritten ist. Aber wenn ich sehe, dass Kinder beim Essen mit einem Tablet dasitzen, da stellt’s mir die Nackenhaare auf. Das muss doch nicht sein!

Alex Hofstetter, Kronen Zeitung

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