Fr, 19. Oktober 2018

Mit sofortiger Wirkung

02.10.2018 15:52

Volkswagen trennt sich von Audi-Chef Stadler

Der Volkswagen-Konzern trennt sich von Audi-Chef Rupert Stadler. Der Aufsichtsrat habe dem Abschluss einer Vereinbarung mit Stadler zur Beendigung seiner Ämter als Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG und als Vorstandsvorsitzender von Audi AG sowie seiner Dienstverträge zugestimmt, teilte der Konzern am Dienstag mit.  „Herr Stadler scheidet mit sofortiger Wirkung aus den Unternehmen aus und ist nicht mehr für den Volkswagen Konzern tätig“, hieß es.

Hintergrund sei, dass der beurlaubte Manager wegen seiner andauernden Untersuchungshaft nicht in der Lage sei, seine Aufgaben als Vorstandsmitglied zu erfüllen und sich stattdessen auf seine Verteidigung konzentrieren wolle. Die vertragliche Abwicklung sei an den Verlauf und den Ausgang des Strafverfahrens geknüpft. Stadler war im Zuge des Dieselabgas-Skandals im Juni dieses Jahres in U-Haft genommen worden. Der Grund: der Verdacht der möglichen Zeugenbeeinflussung und Verdunkelungsgefahr. Er war zudem von Volkswagen beurlaubt und Vertriebsvorstand Abraham Schot als Interimschef bestellt worden.

Mit der Vereinbarung seien theoretische Zahlungsansprüche Stadlers in zweistelliger Millionenhöhe ausgeschlossen worden, hieß es weiter. Er bekomme als Sofortzahlung deutlich weniger als eine Million Euro. Der Rest zur Abwicklung künftiger Ansprüche für die verbleibende Laufzeit der Dienstverträge werde erst ausgezahlt, wenn die Strafverfahren in Deutschland ohne Verurteilung beendet seien.

Soll von falschen Abgaswerten gewusst haben
Stadler soll nach der Aufdeckung der Manipulationen in den USA von den falschen Abgaswerten auch in Europa gewusst haben, aber anders als in den USA keinen Vertriebsstopp angeordnet haben. Die Ermittler stützten sich auf die Auswertung von Korrespondenz, verlautete aus Ermittlerkreisen.

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