So, 21. Oktober 2018

Kleiner Seitenhieb

01.10.2018 22:17

Rendi-Wagner: „Weil ich nicht Christian Kern bin“

Seit wenigen Tagen ist Pamela Rendi-Wagner die neue Chefin der SPÖ. Im „ZiB 2“-Interview am Montag sah sie keinen Grund, sich bei den Parteimitgliedern für das Chaos rund um den Abgang ihres Vorgängers Christian Kern zu entschuldigen. Denn sie sei bei den Vorgängen selbst „nur Passagierin“ gewesen, erklärte sie auf entsprechende Fragen von Moderator Armin Wolf. Von Kerns tatsächlichem Abtritt sei sie kaum früher als die Öffentlichkeit informiert gewesen. Einen kleinen Seitenhieb auf den ehemaligen Parteichef gab es dann dennoch. Auf die Frage, warum man ihr glauben solle, antwortete die Medizinerin knapp und trocken: „Weil ich nicht Christian Kern bin.“

Die Entscheidung, die Parteiführung zu übernehmen, sei für sie in gleichem Maße schnell und überraschend gekommen, wie ihr Einstieg in die Politik als Ministerin im März 2017. Erst kurz davor war sie in die SPÖ eingetreten, hat keine Parteikarriere hinter sich und ist - wie Christian Kern - eine Polit-Quereinsteigerin. Gerüchte, Kern habe bereits im Mai seinen Rückzug angekündigt, wies Rendi-Wagner in der „ZiB 2“ zurück: „Er hat wohl Anmerkungen gemacht, dass er sich mit dem Gedanken trägt. Aber wer sein Nachfolger wird, war nie ein Thema.“

„Brauche ein Team, dem ich vertrauen kann“
Die Personalrochaden an der Spitze, die besonders in Wien und in der Steiermark für Verstimmung gesorgt hatten, kommentierte die Medizinierin betont nüchtern: „Ich habe hier nicht leichtfertig Verantwortung übernommen und brauche daher ein Team um mich, dem ich vertrauen kann.“ Thomas Drozda als Bundesgeschäftsführer sei für sie die absolut richtige Entscheidung gewesen. Und die Ablöse von Andreas Schieder als Klubobmann begründete Rendi-Wagner schlichtweg damit, dass sie „im Parlamentsklub selbst operativ tätig sein“ möchte. 

„Mein Führungsstil ist ein anderer“
Den größten Unterschied zu Christian Kern sieht sie im Führungsstil. „Er war Manager, hat natürlich eine andere Herangehensweise.“ Als Ärztin sei sie es gewohnt, den Dialog zu suchen. „Das ist mein Stil, die Dinge anzugehen. Ich stelle das Gemeinsame in den Vordergrund. Nur so kann die SPÖ funktionieren.“ Rendi-Wagner stellte sich zudem hinter die klassischen SPÖ-Forderungen wie Erbschafts- und Vermögenssteuer oder Gesamtschule. Ersteres sei auch „vor dem Hintergrund des Wirtschaftsaufschwungs zu sehen“. Primär müsse man „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer entlasten“. 

Michaela Braune
Michaela Braune

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