
In der SPÖ geht es weiter rund - und wieder steht der neue Bundesgeschäftsführer im Zentrum der Kritik: Thomas Drozda, dem erst kürzlich von der steirischen Landtagsabgeordneten Michael Grubesa vorgeworfen wurde, er sei ein „Bobo“ und „Akademiker im Anzug“, muss sich nun sogar wegen seiner Armbanduhr verteidigen.
Vor allem in der steirischen Landespartei herrscht Ärger über die Entscheidung der designierten SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, den aus der Steiermark kommenden Bundesgeschäftsführer Max Lercher durch den früheren Minister und SPÖ-Regierungskoordinator Drozda abzulösen. Die Landtagsabgeordnete Michaela Grubesa schrieb auf Facebook: „Mit Verlaub, Thomas: Du BIST ein BOBO!!!! Aber hey, manche sind große Menschen, manche sind Menschen aus der großen Stadt.“ Zudem bezeichnete sie Drozda als „Akademiker im Anzug“.
Armbanduhr sorgt für Unmut
Dem Vernehmen nach kommen dazu nun neue Vorwürfe einiger unzufriedener Parteigenossen: Demnach trage Drozda eine Luxus-Armbanduhr, die sich ein Normalsterblicher nie im Leben leisten könne. Es handelt sich um eine Patek Philippe Nautilus, Modell 5711/1A-010. Der Neupreis der Uhr beträgt etwa auf der Website Chronext 52.500 Euro. Es kursieren auch Bilder, die den roten Bundesgeschäftsführer mit dem Luxus-Chronometer zeigen.
Drozda selbst erklärte, die Uhr seinerzeit gebraucht um einen viel günstigeren Preis gekauft zu haben. Der Wirbel darum sein „lächerlich“.
„Bobo“ mit Luxus-Lifestyle?
Dem SPÖ-Politiker wurde schon öfters ein Luxus-Lifestyle vorgeworfen. Der von der Landtagsabgeordneten Grubesa für Drozda verwendete Begriff „Bobo“ wurde Ende der 1990er-Jahre für die junge US-amerikanische Oberschicht in den Großstädten geprägt und setzt sich aus den Wörtern „bourgeois“ und „bohémien“ zusammen. In Wien kam das Wort erst in den späten 2000ern auf und wurde bezeichnend für die junge Einwohnerschicht in Bezirken wie Neubau, Mariahilf oder Alsergrund. „Bobos“ pflegen zwar prinzipiell eine alternative Grundeinstellung, können aber in gewissen Punkten sehr konservativ sein.
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