Moderne Immuntherapie

Medizin-Nobelpreis geht an zwei Krebsforscher

Wissenschaft
01.10.2018 11:43

Der diesjährige Medizin-Nobelpreis geht an zwei Krebsforscher: Der US-Amerikaner James P. Allison and der Japaner Tasuku Honjo erhalten die Auszeichnung für ihre Beiträge zur Krebstherapie durch Hemmung von negativen Immunreaktionen. Das gab das Nobelpreiskomitee am Montag in Stockholm bekannt.

(Bild: APA/AFP/Jonathan Nackstrand)

Die moderne Immuntherapie, die in den vergangenen Jahren die Behandlung mancher Krebserkrankungen - vor allem von Tumorleiden wie Lungenkrebs - revolutioniert hat, beruht auf der sogenannten Checkpoint-Blockade. Mit monoklonalen Antikörpern gegen Oberflächenmerkmale von Tumor- oder Immunzellen (CTLA-4, PD-1 oder PD-L1) gelingt es, die Immunabwehr von Patienten wieder gegen die bösartigen Zellen zu aktivieren. Damit kann bei manchen Krebserkrankungen bei etwa 20 Prozent der Behandelten eine langfristige Kontrolle des Leidens erreicht werden.


Der Medizin-Nobelpreis wird seit 1901 verliehen. Die erste Auszeichnung ging damals an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung der Serumtherapie gegen Diphtherie. Im Vorjahr ging der Preis an die US-Forscher Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young (Bild unten), die die molekularen Mechanismen für den täglichen Rhythmus von Zellen und Lebewesen aufgeklärt haben. Das Trio isolierte bei Fruchtfliegen ein Gen, das für den Tag-Nacht-Rhythmus verantwortlich ist. Dadurch konnte gezeigt werden, dass Zellen einem 24-Stunden-Takt folgen.

Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young (v.l.n.r.) (Bild: AFP)
Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young (v.l.n.r.)

Rund 870.000 Euro Preisgeld
Die Auszeichnung ist mit neun Millionen Schwedischen Kronen (umgerechnet rund 872.000 Euro) dotiert. Am Freitag wird verkündet, an wen der Friedensnobelpreis geht, am Montag kommender Woche folgt dann die Bekanntgabe der Preisträger für den Bereich Wirtschaftswissenschaften. Die Vergabe des Literatur-Nobelpreises ist nach internen Querelen für dieses Jahr abgesagt worden.

(Bild: Associated Press)
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