Sa, 17. November 2018

In Moskau vergiftet?

16.09.2018 15:15

Pussy-Riot-Aktivist wird nun in Berlin behandelt

Das schwer erkrankte Mitglied der russischen Polit-Punk-Band Pussy Riot, Pjotr Wersilow, ist am späten Samstagabend aus Moskau nach Berlin geflogen worden, wo er derzeit in einem Krankenhaus behandelt wird. Wersilows Ex-Partnerin Nadeschda Tolokonnikowa, ebenfalls Pussy-Riot-Mitglied, veröffentlichte auf Twitter Bilder und ein Video (siehe oben), die bei der Ankunft Wersilows auf dem Berliner Flughafen aufgenommen wurden. Das Umfeld des 30-Jährigen geht von einer gezielten Vergiftung aus politischen Motiven aus.

Am Donnerstag war Wersilow in ein Moskauer Krankenhaus gebracht worden. Er habe nach einem Gerichtstermin zwei Tage zuvor kaum noch sehen, sprechen oder sich bewegen können. Er habe auch das Bewusstsein verloren, mittlerweile aber wiedererlangt. Nach Medienberichten fanden Ärzte in seinem Blut starke Psychopharmaka. Tolokonnikowa sagte der „Bild“-Zeitung, sie gehe davon aus, dass ihr Ex-Partner mit Absicht vergiftet worden sei. Es gehe entweder um Einschüchterung oder sogar um einen Mordanschlag.

Freund des Vaters hat Behandlung außerhalb Russlands angeboten
Die Freundin des Erkrankten, Veronika Nikulschina, hatte am Samstag der Internetzeitung „Meduza“ gesagt, ein Freund von Wersilows Vater, der in einer Berliner Klinik arbeite, solle die Behandlung außerhalb Russlands angeboten haben. Ein befreundeter Produzent war in die Überstellung Wersilows nach Berlin involviert. Er gab gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bekannt, dass der Flug in einem Ambulanz-Jet mit dem Kanzleramt und dem Auswärtigen Amt abgestimmt gewesen sei.

Wersilow habe eine russische und eine kanadische Staatsbürgerschaft, seine Angehörigen Visa für den Schengen-Raum. „Deshalb war ein Ausfliegen so schnell möglich“, sagte Jaka Bizilj, der bereits seit Jahren mit Pussy Riot zusammenarbeitet.

Protestaktion bei WM-Finalspiel in Moskau
Wersilow und drei andere Pussy-Riot-Mitglieder hatten beim WM-Finale Mitte Juli in Moskau Aufsehen erregt, als sie auf das Spielfeld stürmten. Als Polizisten verkleidet, protestierten sie gegen Polizeigewalt in Russland. Sie wurden zu Arreststrafen verurteilt.

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