So, 16. Dezember 2018

„Rettung war Wunder“

18.07.2018 14:48

Höhlendrama: Burschen wollten sich Ausweg graben

Einen Tag früher als angekündigt sind die Mitglieder der aus einer überfluteten Höhle in Thailand geretteten Nachwuchs-Fußballmannschaft am Mittwoch aus dem Krankenhaus entlassen worden. Vor der Rückkehr zu ihren Familien gaben sie eine Pressekonferenz, die im thailändischen Fernsehen übertragen wurde. Damit sollte das große Interesse der Öffentlichkeit zumindest vorläufig gestillt werden.

„Der Grund für diese Pressekonferenz ist, dass die Medien sie befragen können, und dass sie danach in ihr normales Leben zurückkehren können, ohne dass die Medien sie behelligen“, sagte ein Regierungssprecher. „Nach der Pressekonferenz werden sie höchstwahrscheinlich nach Hause zurückkehren.“

Pressekonferenz im TV übertragen
Als Beweis dafür, dass es ihnen inzwischen wieder gut geht, dribbelten die Buben mit Bällen in den Saal. Nach Angaben der Ärzte haben sie nach den Tagen in der Höhle im Durchschnitt wieder je drei Kilogramm Gewicht zugelegt. Fragen an die Buben und ihren Trainer mussten im Vorfeld bei der Öffentlichkeitsabteilung der Provinz Chiang Rai eingereicht werden, um sie von Psychologen prüfen zu lassen.

Ärzte haben den Eltern der Buben geraten, mindestens einen Monat keine Interviews zu geben, um mögliche posttraumatische Belastungsstörungen zu vermeiden. Die Pressekonferenz wurde von vielen thailändischen Fernsehsendern live übertragen. Die Sendung hatte das Motto „Thailand kommt voran“. Zu Beginn wurde die Nationalhymne gespielt.

Tagelang nur von Regenwasser ernährt
„Plötzlich haben wir Leute sprechen gehört“, schilderte Adul Sam-on den Augenblick der Entdeckung und sprach von einem „Wunder“. Der 14-Jährige hatte den britischen Tauchern auf Englisch geantwortet, als diese die zwölf Buben und ihren Trainer nach neun Tagen endlich lebendig und unversehrt in den Tiefen der Höhle aufspürten. Nach so vielen Tagen ohne Essen habe sein Hirn aber „nicht sehr gut funktioniert“. „Wir haben versucht, zu graben, dachten, dass wir nicht einfach auf die Behörden warten können“, berichtete der 25-jährige Trainer Ekkapol Chantawong. Er hatte mehrere Jahre in einem buddhistischen Kloster verbracht und betete in der Höhle viel mit den Buben.

Musk entschuldigt sich bei Taucher
Der US-Unternehmer Elon Musk bat indes um Entschuldigung für seine Schimpftirade gegen einen Rettungstaucher. Auf Twitter schrieb der Milliardär am Mittwoch, er habe aus Wut über Unwahrheiten gehandelt, die der britische Taucher Vern Unsworth verbreitet habe.

Sein Verhalten sei aber „nicht gerechtfertigt“ gewesen: „Ich entschuldige mich bei Herrn Unsworth und auch bei den Firmen, die ich als Chef vertrete. Das war mein Fehler und mein Fehler allein.“

Die zwölf Fußballer im Alter zwischen elf und 16 Jahren und ihr 25-jähriger Trainer waren am 23. Juni in der Tham-Luang-Höhle von rasch steigenden Wassermassen überrascht worden. Neun Tage später wurden sie gefunden, mit Lebensmitteln versorgt, medizinisch betreut und schließlich nach gut zwei Wochen in der Höhle ins Freie gebracht. Die riskante Rettungsaktion endete am 10. Juli und sorgte weltweit für Aufsehen.

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