Mi, 24. Oktober 2018

Staatsanwalt ermittelt

13.07.2018 06:01

Rettung in letzter Sekunde: Der Held vom Wienfluss

Vujica Romanovic steht Donnerstagmittag vor seinem Acht-Tonnen-Kran, der 38-Jährige schlägt die Hände zusammen, schüttelt ungläubig den Kopf. Das Gerät ist komplett deformiert: „Dass wir das überlebt haben …!“

Körperlich (fast) unbeschadet - psychisch aber total am Ende. Als die Fluten kamen, dachte Romanovic nur eines: „Das war‘s jetzt, es ist aus. Gott, bitte hilf uns.“ Doch: „Geholfen hat Vujica selbst“, sagt sein Chef Norbert Geier. Dem dreifachen Familienvater, dessen Frau kommende Woche Mädchen Nummer vier erwartet, sei das noch nicht bewusst. Geier: „Er ist der Held vom Wienfluss.“

Rückblick: Am Dienstag kurz vor 14 Uhr ging der Wienfluss regelrecht über, die drei Arbeiter wurden auf Höhe des Interconti-Hotels von den Flutmassen überrascht.

„Wasser ist abnormal schnell gestiegen“
Romanovic erinnert sich nur dunkel: „Auf einmal wurde es eiskalt. Das Wasser ist abnormal schnell gestiegen.“ Der 38-Jährige schrie, holte seine zwei Kollegen in den Korb der Hebebühne seines Gefährtes - dann wurde das Trio vom reißenden Fluss mitgerissen. Bis der Kran kippte und die Männer nur noch „ins Ungewisse springen“ konnten. Jegliche Schwimmversuche blieben vergebens …

Staatsanwaltschaft ermittelt
Das Drama jedenfalls schlägt hohe Wellen. Denn nicht nur Romanovic erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen der Stadt Wien („Wir wurden nicht gewarnt.“), auch sein Arbeitskollege Daniel D. (27): „Diese Geschichte muss ein juristisches Nachspiel haben.“ Hat sie auch: Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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