Mo, 25. Juni 2018

Siamesischer Zwilling

15.05.2018 11:16

Extrem selten: Zweiköpfiges Hirschkalb lag im Wald

Einen höchst ungewöhnlichen Fund hat ein Schwammerlsucher im US-Bundesstaat Minnesota gemacht. Er entdeckte im Wald ein totes zweiköpfiges Weißwedelhirsch-Kalb. Laut Angaben von Forschern der University of Georgia, die das Tier genau untersuchten, sind die siamesische Hirsch-Zwillinge die bislang ersten, die man in freier Wildbahn entdeckt hat.

„Es ist erstaunlich und extrem selten“, wird der Zoologe Gino D‘Angelo auf der Website der Universität zitiert. „Wir können nicht einmal schätzen, wie selten das vorkommt.“ Vor allem aber sei es der erste dokumentierte Fall, bei dem ein siamesischer Zwilling dieser Tierart ausgetragen und zur Welt gebracht wurde, so der Wissenschaftler. Genau Untersuchungen zeigten, dass die Hirschkälber, die sich unterhalb des Halses einen Körper teilten, tot geboren wurden.

Zwei Herzen, aber nur eine verformte Leber
Mittels CT- und MRT-Scans am Veterinary Diagnostic Laboratory der Universität von Minnesota fand D‘Angelo heraus, dass im gemeinsamen Körper der weiblichen Kitze zwei Herzen, die sich einen Herzbeutel teilten, schlugen und eine gemeinsame, verformte Leber besaßen. Außerdem zeigten die Aufnahmen eine zusätzliche Milz sowie einen zusätzlichen Magen-Darm-Trakt. Die beiden Köpfe, die Beine und das Fell seien aber völlig normal entwickelt gewesen, so der Forscher weiter.

Tiere sind gleich nach der Geburt verendet
Tests hätten gezeigt, dass die Lungen des Tieres nicht funktionsfähig waren, weshalb das Weißwedelhirsch-Kalb unmittelbar nach der Geburt verendet sei, berichtet D‘Angelo. Das der tierische siamsische Zwilling in einer natürlichen Position gefunden wurde, deute aber darauf hin, dass die Hirschkuh nach dem Werfen versucht habe, sich um das Jungtier zu kümmern. Dieses sei aber „nicht fürs Leben geschaffen“ gewesen, sagt der Zoologe.

Zwischen 1671 und 2006 sind laut D‘Angelos Angaben sind in der wissenschaftlichen Literatur nur 19 Fälle über siamesische Zwillingstiere in der Wildnis vermerkt worden. Bei Haustieren werden solche bei Rindern und Schafen immer wieder beobachtet, bei Wildtieren seien sie aber ziemlich selten, so der Wissenschaftler.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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