01.05.2018 12:16 |

Nächster PR-Coup

Regierung legt Plan für Vollbeschäftigung vor

Den Meisterkommunikatoren von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist wieder einmal ein kleines Kunststück gelungen. Pünktlich zum Tag der Arbeit präsentiert die Regierungsspitze - das Kanzler-Team hat auf den freiheitlichen Vizekanzler Heinz-Christian Strache nicht vergessen - einen Aktionsplan für Vollbeschäftigung in Österreich.

Der Stab von Kurz hat den Beschäftigungs-Plan in sieben leicht verdauliche Happen aufgeteilt:

  1. Heimische Zukunftsmärkte (Gesundheit, Tourismus) fördern.
  2. Mit Deregulierung und Steuererleichterung den Wirtschaftsstandort Österreich verbessern.
  3. Beim Export die Handelsstrategie auf das heimische Know-how in Technologiefragen (Umwelt) konzentrieren.
  4. Qualifikation für den Arbeitsmarkt durch bessere Grundlagenbildung und Universitätsfinanzierung sicherstellen.
  5. Auf dem Arbeitsmarkt einerseits die Zuwanderung in den Sozialstaat verringern, andererseits die Einbindung von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt forcieren.
  6. Durch die bereits in Gang gesetzte AMS-Reform den Arbeitslosen rascher und effektiver neue Jobs vermitteln.
  7. Mit finanziellem Druck (Anfangs stärkere finanzielle Unterstützung, aber zeitlich befristet) die Arbeitslosen rascher in Jobs zu bringen.

„Tag der Arbeit“ im Pflegeheim: Selfies und Knabbereien
Während die SPÖ - erstmals seit zwölf Jahren wieder als Oppositionspartei - am 1. Mai traditionell landauf, landab Kundgebungen abhielt, gab es die ÖVP am „Tag der Arbeit“ billiger: Kurz besuchte in Wien-Ottakring eine Pflegeeinrichtung, wo er sich mit dem Leiter austauschte und bei einem Rundgang Gespräche mit Bewohnern und Betreuern führte.

Das „Haus der Barmherzigkeit“ zählt mit rund 400 Beschäftigten zu Österreichs größten privaten Pflegeeinrichtungen. Etliche von ihnen waren auch am „Tag der Arbeit“ im Einsatz und wurden von Kurz mit Knabbereien wie Marillenkernen versorgt. Gruppenfotos mit dem Kanzler wurden in allen Stationen geschossen, einige Pflegekräfte drehten mit ihren Handys Erinnerungsvideos.

Kronen Zeitung, krone.at

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