Di, 14. August 2018

Taskforce enthüllt:

27.04.2018 06:00

Berlin-Terrorist hätte im Gefängnis sitzen müssen

Hätte das blutige Attentat am Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 verhindert werden können? Möglicherweise, denn laut dem Bericht einer internen Taskforce der Berliner Polizei hätte Terrorist Anis Amri eigentlich im Gefängnis sitzen können. Besonders wegen seiner kriminellen Taten im Drogenmilieu hätte man den zwischendurch als Gefährder eingestuften Tunesier dingfest machen können, heißt es. Insgesamt 254 Ermittlungsfehler deckt der Bericht auf - kein allzu gutes Zeugnis für die deutschen Behörden ...

Die Taskforce „Lupe“ war vom Berliner Polizeipräsidenten im Mai 2017 eingesetzt worden, um eine kritische Überprüfung der Arbeitsabläufe innerhalb der Berliner Polizei zum Fall Amri durchzuführen. Die Taskforce hat in den vergangenen Monaten die Telekommunikationsüberwachung, die Observationsmaßnahmen sowie die zu Amri geführten Vorgänge ausgewertet und auf Grundlage der dabei festgestellten Mängel Handlungsempfehlungen für die Polizei Berlin erarbeitet.

Im Fall Amri enthielten 590 abgehörte Telefongespräche Hinweise auf strafbare Handlungen, die „in ihrer Gesamtheit ein konsequenteres Vorgehen“ gegen den Tunesier geboten hätten, so die internen Ermittler. Die Taskforce überprüfte demnach acht Vorgänge mit Bezügen zu Amri, die im Vorfeld des von ihm begangenen Weihnachtsmarktanschlags mit zwölf Toten und rund 70 Verletzten im Zuständigkeitsbereich der Polizei Berlin lagen. Dabei wurden die Erkenntnisse aus Telekommunikationsüberwachung und Observation des späteren Attentäters einbezogen.

254 Fehler im Umgang mit Gefährder Amri
Hier stellten die internen Ermittler insgesamt 254 Fehler im Umgang mit Amri fest. 32 davon bewerteten sie als schwer, weil sie sich auf die Ermittlungsergebnisse ausgewirkt hätten. Zwölf dieser 32 Fehler hätten sogar unmittelbare Auswirkungen auf wesentliche Inhalte der Ermittlungsergebnisse gehabt. Amri war von den Behörden zeitweise als islamistischer Gefährder eingestuft. In Berlin war er den Ermittlern zufolge im Drogenmilieu aktiv.

Der gebürtige Tunesier hatte am 19. Dezember 2016 bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche zwölf Menschen getötet und rund 70 weitere verletzt. Nach vier Tagen auf der Flucht wurde er am 23. Dezember bei einer Polizeikontrolle im Großraum Mailand erschossen.

 krone.at
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