Drama in Brasilien

Verliebter Bayer lebte zwei Wochen auf Flughafen

Ausland
30.10.2009 09:19
Auf dem brasilianischen Flughafen von Campinas wurde er in Anlehnung an den Film "Terminal" bereits "Tom Heinz" genannt: Fast zwei Wochen lebte der 46-jährige Deutsche Heinz M. auf dem Airport nahe der Metropole Sao Paulo, in der Hoffnung, seine große Liebe würde ihn dort abholen. Die Brasilianerin Josiane lernte er übers Internet kennen, nach der ersten Begegnung verlor er sie aber wieder aus den Augen. Die Behörden brachten den an Parkinson leidenden Mann jetzt in eine Klinik.

"Er hat keine Probleme gemacht", zitiert die Nachrichtenagentur AP eine Mitarbeiterin des Flughafens. Im Gegenteil, den Angestellten auf dem kleinen Airport tat der Deutsche mit dem gebrochenen Herzen leid: "Er saß den ganzen Tag nur herum. Es war total traurig."

Der Deutsche kann theoretisch bis Anfang Jänner in Brasilien bleiben, denn erst dann läuft sein Touristenvisum ab. Vonseiten der Behörden gab es zunächst keine Einwände gegen den Airport-Camper. Solange er keine Gäste störe, sei er willkommen, hieß es. Am Donnerstag wurde den Flughafenbetreibern aber der allmählich einsetzende Medienrummel um den Deutschen mit dem gebrochenen Herzen zu bunt. Man habe Heinz M. in eine Klinik bringen lassen, hieß es am Donnerstag.

M. will in Brasilien bleiben
Der angebliche Ex-Pilot ist laut Behördenangaben am 2. Oktober in Brasilien gelandet. Er reiste für seine große Liebe Josiane nach Südamerika, die er im Internet kennengelernt hatte, berichteten lokale Medien. Zunächst checkte M. in ein Hotel ein. Er traf sich mit der Brasilianerin, die Frau brach den Kontakt zu dem 46-Jährigen aber bald wieder ab. Ohne Geld und ohne Bleibe schlug Heinz M. dann seine Zelte am Flughafen auf.

Die Mitarbeiter auf dem verhältnismäßig kleinen Airport umsorgten den Deutschen mit dem gebrochenen Herzen. Sie steckten ihm Essen zu und passten auf seine Koffer und seinen Laptop auf, wenn er in den Waschraum ging. Die Unterbringung in einem brasilianischen Obdachlosenheim hat M. laut den Behörden abgelehnt. Er wolle sich trotz der Enttäuschungen in Campinas niederlassen.

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