Viel Geld hat die Hypo in Hotelprojekte im In- und Ausland gesteckt. Nicht immer mit Erfolg, deshalb heißt es jetzt abspecken, beziehungsweise sich „auf die Kernkompetenz, das Bankgeschäft“ zurückzuziehen.
Unter Ex-Hypochef Wolfgang Kulterer war die Bank zu einem der größten Institute im südosteuropäischen Raum aufgestiegen. In Kärnten galt Kulterer als „Jörg Haiders Bankier“: Der im Ausland erwirtschaftete Profit sollte Kärntner Projekten zugute kommen.
Eines der Prestigeobjekte Kulterers war das Schlosshotel in Velden, dass ebenso zum Verkauf stehen soll, wie die Luxus-Hotelanlage „Kempinski Adriatic“ in Istrien. Dort hält die Hypo 25 Prozent an der Betreibergesellschaft. Auch die Finanzierung ist über die Hypo gelaufen, die mindestens 70 Millionen Euro an Krediten vergeben haben soll.
Traumressort soll unter den Hammer
Weil es nun mit der Rückzahlung hapert, wird das Traumressort angeblich um bescheidene 120 Millionen Euro abgegeben. Vor einem Jahr hätte die umfangreiche Anlage mit eigenem Golfplatz noch das Doppelte bringen sollen. Auch beim Schlosshotel sollen die Angebote weit unter den Vorstellungen der Hypo liegen.
Getrennt hat sich die Bank – auf heftiges Drängen der Bayern hin – auch von ihrem Ableger in Liechtenstein. Die in zwielichtige Geschäfte verwickelt gewesene „Alpe-Adria-Privatbank“ wurde unter dem ebenfalls schon ehemaligen Hypo-Chef Tilo Berlin zu 51 Prozent an Prinz Michael von und zu Liechtenstein verkauft. Die restlichen 49 Prozent konnten offenbar nicht an den Mann gebracht werden, die Bank befindet sich in Liquidation.
Wer "cashte" beim Hypo-Verkauf ab?
In Kärnten wird in der Zwischenzeit gerätselt, welche Investoren mit der Berlin-Gruppe am Hypo-Verkauf mitverdient haben. Bekannt geworden ist seinerzeit das Engagement der Flick-Stiftung, des Waffenfabrikanten Gaston Glock und des Industriellen-Präsidenten Veit Sorger.
Neben dem Privatbesitz Berlins am Ulrichsberg und seinem Büro in Klagenfurt wurde von der Polizei auch die Niederlassung von Berlin & Co in Luxemburg durchsucht. Angeblich soll sich die Staatsanwaltschaft auch für Berlins Stiftung interessieren, die in Wien errichtet wurde. Auch Kulterers Besitz am Muraunberg bei St. Veit/Glan soll auf der Liste der Fahnder stehen.
von Waltraud Dengel („Kärntner Krone“)









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