Sa, 18. August 2018

Forscher löst Rätsel

08.03.2018 19:08

Schicksal von Flugpionierin Earhart nun aufgeklärt

Mehr als 80 Jahre nach dem Verschwinden von US-Flugpionierin Amelia Earhart hat ein Anthropologe herausgefunden, was aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Vorreiterin für Frauenreche passiert ist: Earhart dürfte auf ihrem geplanten Rekordflug um den Äquator den Absturz ihres Flugzeugs überlebt haben – dann aber nach einem wochenlangen Todeskampf auf der heute zu Kiribati gehörenden unbewohnten Nikumaroro-Insel im Pazifik verdurstet bzw. verhungert sein. Ein Knochenfund von 1940 konnte der Pilotin zugeordnet werden.

Am 2. Juli 1937 verschwand die Abenteurerin mit Navigator Fred Noonan beim Versuch, mit ihrer Lockheed Electra als erster Mensch die Erde am Äquator zu umrunden. Als wahrscheinlichste Erklärung für ihr Verschwinden gilt, dass ihr der Treibstoff ausging und das Flugzeug irgendwo in der Nähe der Howlandinsel im Pazifik abstürzte - ihrem letzten geplanten Zwischenstopp vor dem Ziel.

Knochenreste wurden fälschlicherweise Mann zugeordnet
Auf Nikumaroro nahe der Howlandinsel wurden ein paar Jahre später Skelettüberreste gefunden. Man fand auch Teile eines Frauenschuhs, eine Schachtel für einen Sextanten auf dem Jahr 1918 und eine Flasche Kräuterlikör. Die Knochen wurden damals vermutlich aufgrund ihrer Größe einem Mann zugeordnet und sind seit Langem verschwunden. Es gab jedoch von jeher Zweifel an dieser Vermutung – bei einer Expedition im Jahr 2015 wurde versucht, Wrackteile zu finden, jedoch ohne Erfolg.

Der emeritierte Professor für Anthropologie an der University of Tennessee, Richard Jantz, analysierte die vor sieben Jahrzehnten gemachten Messungen nun neu. Er verglich, ob die gefundenen Knochen generell zu einer Frau und zu den überlieferten und teils geschätzten Körpermaßen von Amelia Earhart passen könnten. Dabei kam Jantz zu dem Ergebnis, dass die gefundenen Knochen besser zu Earhart als zu 99 Prozent der Menschen aus einer Vergleichsgruppe passen.

„Das stützt stark die Schlussfolgerung, dass die auf Nikumaroro gefundenen Knochen von Amelia Earhart stammen“, schreibt er. „Bis eindeutige Beweise präsentiert werden, dass die Überreste nicht die von Amelia Earhart sind, ist das überzeugendste Argument, dass sie es sind.“

Jantz veröffentlichte seine Entdeckung in der Fachzeitschrift „Forensic Anthropology“. Earhart war in den 1930er-Jahren ein Medienstar und kämpfte leidenschaftlich für Frauenrechte.

 krone.at
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