"Oxidativer Stress"

Forscher zeigen: Bakterien können Gold herstellen

Wissenschaft
13.10.2009 13:54
Glücklose Goldschürfer sollten besser auf Mikrobiologen umschulen. Wissenschaftler der University of Adelaide (Australien) um Frank Reith haben herausgefunden, dass Bakterien namens Cupriavidus metallidurans Gold herstellen können und möglicherweise sogar an der Entstehung der begehrten Nuggets beteiligt sind.

Die Forscher entdeckten die Mikroben bereits vor einigen Jahren auf Goldkörnchen und fragten sich, warum gerade auf dem Edelmetall. Nachdem die Neugier geweckt war, stellte sich in weiteren Experimenten heraus, dass sie zu einem bestimmten Entgiftungsprozess fähig sind. Dazu wurden die Bakterien im Labor mit giftigen Gold-Komplexen in Flüssigkeiten konfrontiert.

An Entstehung von Nuggets beteiligt?
Die Bakterien nahmen die toxischen Gold-Verbindungen rasch auf. Um sich vor deren giftiger Wirkung zu schützen, wandelte der Mikroorganismus die Komplexe in Nanopartikel aus reinem, metallischem Gold (im Bild der schwarze Fleck im rot eingerahmten Kreis) um. Schicht um Schicht wird das Edelmetall dann auf Goldkörnchen abgelagert. In Summe könnten so über die Zeit ansehnliche Klumpen (die sogenannten Nuggets) entstehen, mutmaßen die australischen Forscher.

Oxidativer Stress als Auslöser
Ausgelöst wird der Mechanismus durch den "oxidativen Stress", welchen die giftigen Gold-Komplexe auslösen. Dies wiederum schaltet Gene an, welche das Gold reduzieren und so in die bekannte, metallische Form überführen. Durchgeführt haben die australischen Wissenschafter ihre Studien unter anderem am European Synchrotron Radiation Facility (ESRF). Veröffentlicht wurde die Arbeit in der Wissenschaftszeitschrift "PNAS".

Foto: Frank Reith et al., PNAS

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