Mit 17 verurteilt

Eltern halfen bei Hinrichtung ihres Sohnes im Iran

Ausland
12.10.2009 10:52
Der tiefe Glaube an die Vorschriften der Scharia hat im Iran einen Vater und eine Mutter dazu gebracht, bei der Hinrichtung ihres Sohnes in einem Gefängnis in Teheran mitzuhelfen. Die Eltern von Behnud Shodshai, der im Alter von 17 Jahren einen Kontrahenten bei einem Streit getötet hat, hatten sich bis zuletzt geweigert, den heute 21-Jährigen freizukaufen.

Im Iran haben Verwandte das Recht, das Leben eines Verurteilten durch Zahlung von sogenanntem Blutgeld an die Angehörigen des Opfers freizukaufen. Amnesty International und sogar Vertreter der EU hatten sich im vergangenen Monat bemüht, die Familie zu diesem Schritt zu bewegen, nachdem die iranische Justiz das Verfahren gegen den damals erst 17 Jahre alten Behnud Shodshai nicht wiederholen wollte.

Burschen im Streit erstochen
Laut einem Bericht der halbstaatlichen iranischen Nachrichtenagentur Isna sollen sich die beiden Elternteile aktiv an der Hinrichtung in dem Teheraner Gefängnis beteiligt haben.

Behnud Shodshai hatte vor vier Jahren einen Burschen mit einer Glasscherbe erstochen, nachdem dieser ihn mit einem Messer bedroht hatte. Laut Augenzeugenangaben war der 17-Jährige zuvor bei einem Streit eingeschritten und hatte versucht zu schlichten.

Hinrichtungen: Iran nach China die Nummer 2
Amnesty International zufolge wurden im Iran im vergangenen Jahr mindestens 346 Menschen hingerichtet. Weltweit werden nur in China mehr Menschen exekutiert.

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