Der diesjährige Preis, der wie immer mit zehn Millionen Kronen (975.705 Euro) dotiert ist, erfülle den Willen des Stifters Alfred Nobel "ausgesprochen gut", habe dieser doch testamentarisch verfügt, dass die Auszeichnung "für nützliche Sachen" vergeben werden soll, erklärte der schwedische Nobel-Juror Christer Svensson von der Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag. Für das Nobelpreis-Komitee haben die Laureaten als "Masters of Light" "die Grundlagen für die heutige Netzwerk-Gesellschaft" mitentwickelt. Sie hätten Innovationen für das Alltagsleben und neue Werkzeuge für die wissenschaftliche Arbeit geschaffen, heißt es in der Begründung.
Kao gilt als einer der "Väter der Glasfaser-Technologie"
Der 1933 in China geborene Kao gilt als Pionier auf dem Gebiet der Glasfaseroptik und Telekommunikation. Bereits im Jahr 1966 führte seine Arbeit zum Durchbruch von Lichtleitern: Er berechnete, wie Licht über große Distanzen in Glasfasern geleitet werden kann, indem Verunreinigungen in den für Lichtleiter verwendeten Materialien vermieden werden. Heute ermöglicht die Glasfasertechnik die weltweite schnelle Übertragung großer Datenmengen, etwa im Bereich Internet oder Telefonie.
Boyle und Smith entwickelten das "elektronische Auge"
Der 1924 in Kanada geborene kanadische und US-Staatsbürger Boyle und der 1930 in den USA geborene US-Forscher Smith entwickelten 1969 - eigentlich auf der Suche nach einer Möglichkeit zur Datenspeicherung - das erste erfolgreiche bildgebende Verfahren unter Einsatz eines digitalen Sensors. Beim sogenannten CCD (Charge-Coupled Device) wird der von Albert Einstein beschriebene und 1921 mit dem Nobelpreis ausgezeichnete photoelektrische Effekt genutzt, bei dem Licht in elektrische Signale umgewandelt wird. Die Herausforderung bei der Entwicklung eines solchen Bildsensors war, die Signale von vielen Bildpunkten, sogenannten Pixel, in kürzester Zeit auszulesen. CCD, die das Herzstück der meisten digitalen Foto- oder Videokameras bilden, haben nicht nur die Fotografie revolutioniert. Sie werden auch in zahlreichen in der Wissenschaft eingesetzten bildgebenden Verfahren verwendet, etwa im Bereich Medizin oder Astronomie.
Österreichischer Quantenphysiker Zoller bleibt locker
Mit großer Gelassenheit hat der als einer der Favoriten für den diesjährigen Physik-Nobelpreis gehandelte Innsbrucker Quantenphysiker Peter Zoller die Zuerkennung des Preises an die drei Wissenschaftler aufgenommen. "Für mich war der Tag gar nicht so spannend", meinte der Zoller, der den Vormittag beim Zahnarzt verbracht hat. Für ihn hat ein Naturwissenschaftler mit Ziel Nobelpreis von vornherein etwas falsch gemacht. Er sehe es als große Ehre, zum Kreis der möglichen Preisträger gezählt worden zu sein, und außerdem zeige es, dass Österreich auf diesem Gebiet vorn dabei sei.
Als "tolle Entscheidung" bezeichnete Halbleiter-Spezialist Erich Gornik, Professor an der Technischen Universität (TU) Wien, die Entscheidung des Nobel-Komitees. Laut Gornik, der von 1975 bis 1978 mit Boyle und Smith an den Bell-Laboratories in New Jersey gearbeitet hat, hätten die beiden mit ihren Arbeiten damals "kein Aufsehen" erregt. Für Georg Reider, Vorstand des Instituts für Photonik der TU Wien, sind die diesjährigen Physik-Preise "anders als in den anderen Jahren, indem sie technische Innovationen anerkennen, die die Welt verändert haben".
Die Auszeichnung wird am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, in Stockholm überreicht.











Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.