Seinen ersten Auftritt als sportlicher Leiter der "Bullen" hat Beiersdorfer in nicht anders zu erwartender professioneller Manier erledigt. "Das ist eine große Herausforderung und Aufgabe für mich. Ich denke, es wird sehr gut zusammenpassen", meinte der Deutsche im Hangar 7. Der 45-Jährige wird sein Amt am 1. November antreten, bis dahin sei "Zeit, um erst mal Red Bull zu atmen und kennenzulernen".
Vertrag bis Sommer 2014
Der Vertrag mit Beiersdorfer läuft bis Sommer 2014, zu seiner Agenda zählen neben Red Bull Salzburg auch RB Leipzig, die Red Bulls New York sowie die Nachwuchsakademien in Ghana und Brasilien. "Persönlich und managementmäßig ist es noch eine größere Aufgabe als beim HSV", erklärte der ehemalige Sportdirektor der Hamburger. "Ich bin verantwortlich, dass sich am Ende des Tages alle weiterentwickeln, denn auch ich werde am Erfolg gemessen." Wichtig sei, Orientierung zu geben.
Stevens empfahl Ex-HSV-Sportdirektor
"Auch beim HSV war es ein Entwicklungsprozess. Der Standort Salzburg ist von der gesamten Infrastruktur ausgezeichnet", streute Beiersdorfer seinem neuen Arbeitgeber Rosen. Dass mit Huub Stevens ein alter Bekannter in der Mozartstadt auf dem Trainersessel sitzt, sei "sicher auch ausschlaggebend" gewesen. Der niederländische Coach erklärte, dass er den mit einem abgeschlossenen BWL-Studium ausgestatteten Beiersdorfer Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz "mehr als ans Herz gelegt" habe. "Er hat seine Qualitäten bereits gezeigt", meinte Stevens. "Er ist ein ehrlicher Mensch, ein Teamspieler."
Auf seinen Platz in der Hierarchie des Konzerns angesprochen, gab sich der Ex-Bundesliga-Profi bescheiden. "Es gibt eine Pyramide, wo ich nicht an der obersten Spitze stehe, sondern der verlängerte Arm bin. Ich will mich integrieren", sagte Beiersdorfer. Mit seinem Vorgänger Heinz Hochhauser habe er einen "guten Draht zueinander gefunden". Über die persönliche Zukunft von Hochhauser sei aber noch keine Entscheidung gefallen.
Zukunft von Hochhauser noch unklar
Wahrscheinlich scheint, dass der Oberösterreicher dem Club in einer anderen Position erhalten bleibt. "Ich denke schon, dass ich in der Red-Bull-Familie bleibe", meinte Hochhauser in der sky-Sendung "Talk und Tore". Man habe zwei "sehr positive" Gespräche geführt. Vorstellen könne er sich eine Funktion in der Arbeit mit den Akademien, die Entscheidung werde in den kommenden Wochen fallen. Überrascht habe ihn die Entscheidung nicht: "Man muss im Fußball gewisse Dinge akzeptieren."
Obligatorisch war natürlich die Frage, ob ein Umzug nach Österreich nicht auch einen Abstieg in sportlicher Hinsicht bedeuten würde. Beiersdorfer, der seine breitgefächerte Aufgabe von Salzburg aus steuert, wollte dies aber nicht gelten lassen. Österreichs Fußball solle sich nicht unter den Scheffel stellen. "Die Europa League zeigt, dass der österreichische Fußball mit breiter Brust vorausgehen kann. Auch die Nachwuchsarbeit hat sich wesentlich verbessert." In Deutschland habe man ihm zur Entscheidung pro Salzburg jedenfalls gratuliert.
Gemeinsam mit Herzog deutscher Meister
Als Spieler war Beiersdorfer 1993 mit Werder Bremen deutscher Meister - unter anderem gemeinsam mit Österreichs Rekordteamspieler Andreas Herzog. Davor hatte der Verteidiger nach seinem Debüt unter Ernst Happel lange Zeit für den HSV gespielt. Beiersdorfer absolvierte insgesamt 254 Spiele in der deutschen Bundesliga und trug zudem einmal das Teamdress - 1991 gegen Belgien (1:0).










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