Das Leid der kleinen Sabine ist Tagesthema in der Wohnsiedlung. Gerüchte und Geschichten voller Tragödien und Qualen. Glauben kann es niemand. Dass ein Mädchen nach einem Streit mit Mutter und Stiefvater auf das Fensterbrett klettert und sich neun Stockwerke in die Tiefe fallen lässt.
Schwer verletzt liegt die Schülerin jetzt im Krankenhaus. Gewusst haben es aber plötzlich alle Nachbarn, dass da zu Hause etwas nicht gestimmt haben kann. Von Prügeleien und Psychofolter ist da die Rede – schrecklich, wenn auch nur die Hälfte dieser Geschichten wahr wäre.
Vorher weghören, nachher hinsehen
Das Jugendamt jedenfalls kennt die Familie nur zu gut. Der erste Kontakt kam im November 1998 zustande, der letzte im September 2007.
Weitere Hintergründe zum tragischen Unglück: siehe Infobox!
"Es kam zu mehreren Treffen", bestätigt Herta Staffa von der zuständigen MA11. Es gab drei Abklärungsverfahren (Erhebungen vor Ort), mehrere soziale Dienste, auch die Polizei war öfter in der Wohnung.
Wieso 2007 dann plötzlich keine Betreuung mehr? Staffa: "Entweder hat sich die Situation beruhigt. Oder es war niemand mehr aufmerksam." Blumen, Kerzen und eine Frage, auf die es keine Antwort gibt: "Warum muss ein Kind diesen Schritt tun?"
von Michael Pommer, Kronen Zeitung
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