22.01.2018 05:56 |

Causa Eurofighter

Ex-Minister Doskozil: „Österreich wurde getäuscht“

Dieser Gegenangriff ließ nicht lange auf sich warten! Nach dem Vorwurf des doppelten Eurofighter-Spiels stellt Ex-Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil klar: „Es gab weit über 20 Varianten zur Zukunft unserer Luftstreitkräfte, aber nie Verhandlungen hinter dem Rücken. Airbus hat die Republik an der Nase herumgeführt.“

Den Wirbel über das britische Geheim-Angebot des Verteidigungsministeriums in London zur Reduzierung des heimischen Flugbetriebes um 40 Prozent samt zehn Trainingsmaschinen für die rot-weiß-roten Kampfjet-Piloten kontert der nunmehrige burgenländische SPÖ-Landesrat im „Krone“-Gespräch: „Damit man weiß, wo die Reise hingeht, hat die damals von mir eingesetzte Sonderkommission auch mit Italienern, Amerikanern und Schweden verhandelt. Es ging einerseits darum, was wir militärisch brauchen können, und andererseits um die wirtschaftlich günstigste Variante.“

Sonderkommission ist das „gute Recht jedes Ministers“
Dass sein blauer Nachfolger an der Spitze des Bundesheeres, Mario Kunasek, nun erneut eine Sonderkommission einsetzt, sei das „gute Recht jedes Ministers“. Einen eventuell neuen Folgevertrag über ein „Sorglos-Paket“ mit Eurofighter sieht Doskozil („kein redlicher Verhandlungspartner“) aber sehr kritisch: „Wenn Airbus jetzt politisch aktiv wird und Aufrüstung, viel billigere Flugstunden bzw. niedrigere Wartungskosten anbietet, dann haben sie das Land zuvor offenbar für blöd verkauft.“

Schadenersatzforderungen von bis zu 1,1 Milliarden Euro
Der Standpunkt der Republik sei durch die Betrugsanzeige samt Schadenersatzforderungen von bis zu 1,1 Milliarden Euro, der sich ja auch die Generalprokurator (Österreichs oberste Anklagebehörde, Anm. der Redaktion) anschloss, für ihn jedenfalls klar: „Österreich wurde getäuscht!“ Indes dürften die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München in Sachen Eurofighter noch heuer eingestellt werden. Airbus dürfte sich von den Vorwürfen „freikaufen“.

Kronen Zeitung

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