Fr, 20. Juli 2018

Grenzschutz in Calais:

18.01.2018 20:40

London zahlt Paris 50 Mio. € für Flüchtlingsabwehr

Für die Abwehr von Flüchtlingen am Ärmelkanal bekommt Frankreich von Großbritannien weitere 50 Millionen Euro. Das vereinbarten die britische Premierministerin Theresa May und der französische Staatschef Emmanuel Macron am Donnerstag bei einem Treffen in der Königlichen Militärakademie Sandhurst südlich von London. Das Geld soll unter anderem für Videoanlagen oder Zäune in der Hafenstadt Calais und anderen Orten verwendet werden, um die illegale Einwanderung über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu verhindern.

Macron und May unterschrieben einen neuen Einwanderungsvertrag. Er ergänzt die 15 Jahre alten Vereinbarungen von Le Touquet für die Zusammenarbeit im Kampf gegen Schleuser und illegale Einwanderung.

May: "Müssen die Zahl der Flüchtlinge, die aus Calais kommen, reduzieren"
"Wir müssen die Zahl der Flüchtlinge, die aus Calais kommen, reduzieren", sagte May. Die britische Grenze wird faktisch in Nordfrankreich bewacht: In der Hafenstadt Calais verhindern französische Polizisten, dass Migranten auf Lastwagen mit Ziel Großbritannien klettern. Pässe werden im Hafen von Calais von britischen Beamten kontrolliert. Wer nicht ins Land darf, muss in Frankreich bleiben. Umgekehrt kontrollieren Franzosen schon auf englischem Boden, ob Reisende nach Frankreich dürfen.

"Dschungel von Calais" im Oktober geräumt
Nach britischen Angaben gab es 2015 mehr als 80.000 Versuche, illegal von Frankreich aus ins Vereinigte Königreich einzureisen. Im vergangenen Jahr waren es nur noch etwa 30.000. Ein Grund dafür sei auch die Räumung des riesigen Elendslagers "Dschungel von Calais" im Oktober 2016, in dem bis zu etwa 8000 Menschen lebten. Auch heute noch sammeln sich in der Gegend weiter Migranten. Es halten sich etwa 350 bis 500 Migranten in der Region auf, die vor allem aus Äthiopien, Eritrea und Afghanistan stammen. Hilfsorganisationen sprechen von sehr prekären Lebensbedingungen.

Frankreich zählte im Vorjahr 100.000 Asylwerber 
Macron hat sich seinerseits den Kampf gegen die "illegale Einwanderung" auf die Fahnen geschrieben. Frankreich hatte im vergangenen Jahr eine neue Höchstzahl von mehr als 100.000 Asylbewerbern verzeichnet, das war ein Zuwachs von gut 17 Prozent. Macron fordert deshalb einige Zugeständnisse von London. Nach Angaben aus dem Elysee-Palast geht es unter anderem um die Aufnahme von unbegleiteten Minderjährigen oder von Flüchtlingen, die bereits Familienangehörige in Großbritannien haben.

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